Sonsbeck: Kreuzung für Radfahrer höchst gefährlich

Sonsbeck: Kreuzung für Radfahrer höchst gefährlich

"Ich hab' jetzt acht Minuten hier gestanden: Interessant, wie wenige Autofahrer, nämlich gar keiner, anhalten und auch nach rechts gucken". Mit "hier" meint Günter Ortsack die Furth, die Kreuzung an der Xantener Straße (L 480)/Marienbaumer Straße/Hammerstraße zwischen Xanten und Sonsbeck.

Höchst gefährlich für Radfahrer, die den einseitigen Radweg an der Xantener Straße benutzen, vom Sonsbecker Berg runter kommen und manchmal auch schon ein ganz ordentliches Tempo 'drauf haben, wenn sie an der Furth sind: Auch wenn sie dort Vorfahrt haben (der Radweg ist entsprechend gestrichelt markiert), kommt es immer wieder zu Zusammenstößen mit Pkw, weil die Fahrer den Radweg nicht im Blick haben.

Die Ecke verleitet, sowohl das Warnschild "Radfahrer kreuzen" als auch das Stoppschild zu ignorieren. Das weiß auch Günter Ortsack (70) aus eigener leidvollen Erfahrung. Am 22. September letzten Jahres fuhr er wie so oft mit seinem Rad den Sonsbecker Berg runter. Und weil er die für Radfahrer gefährliche Kreuzung kennt, fährt er ganz langsam drauf zu, hebt zur eigenen Sicherheit noch den linken Arm, damit er von Autofahrern nur nicht übersehen wird. Das hat ihm an dem Tag nicht geholfen: Der Fahrer des Pkw, der von Labbeck aus kommend rechts abbiegen wollte, hatte am Stoppschild zwar kurz angehalten, dann aber nur nach links geschaut. Alles frei, der Mann biegt ab - und Günter Ortsack fliegt über die Motorhaube, landet auf der Straße, liegt auf dem Asphalt, blutet.

Der Unfallverursacher sei sofort ausgestiegen, habe die Polizei und den Rettungswagen gerufen. "Das war ein anständiger Kerl", erzählt Ortsack, der erst vor fünf Jahren von Duisburg nach Sonsbeck gezogen ist; "er hat sich zehn Mal entschuldigt". Und er kann sich noch genau an die ersten Worte der Polizistin erinnern, als sie an den Unfallort kam: "Ach, mal wieder die Ecke. Hier knallt es so oft". Müsste es eigentlich nicht, wenn man, wie Günter Ortsack vorschlägt, einfach den Radweg zwischen den weißen Fahrbahnmarkierungen rot anstreicht und Fahrrad-Symbole aufmalt. "Da so einen roten Balken drüber, wie in Winnekendonk: Ich denke, das hilft schon", ist der 70-Jährige überzeugt. Er selber hat Glück gehabt, dass sein Sturz relativ glimpflich abging. Zwar wurde er vorsorglich mit dem Rettungswagen ins Xantener Krankenhaus gebracht, konnte dies aber nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Sein rechtes Bein sah allerdings übel aus: "Das brauchen Sie nicht zu operieren, das fällt von selber ab", hatte er dem Chirurgen scherzhaft gesagt. Ist es gottlob nicht, und Ortsack ist auch zügig wieder auf sein E-Bike gestiegen, nachdem er den 800 Euro teuren Schaden hat beheben lassen. Aber an der Kreuzung an der Furth, da ist er seit dem Unfall doppelt wachsam unterwegs.

(jas)