Kreis Wesel: Asdonkshof ärgert sich über Plastiktüten für Biomüll

Zu langer Verrottungsprozess : Biomüll: Asdonkshof ärgert sich über Plastiktüten

Das Bio-Kompostwerk am Abfallentsorgungszentrum (AEZ) Asdonkshof in Kamp-Lintfort verarbeitet sämtliche im Kreis Wesel gesammelten Bioabfälle zu einem Gütekompost. Um dessen Qualität zu erhalten, dürfen allerdings nur kompostierbare Bioabfälle in die Biotonne geworfen werden.

Darauf wies nun die Gemeinde Sonsbeck hin, die Vorgaben gelten allerdings für alle Bürger des Kreises Wesel.

Abfälle wie beispielsweise Dosen, Plastik oder Folien hätten in der Biotonne nichts zu suchen. Vielen Bürgern sei darüber hinaus nicht bekannt, dass dies auch für den Einsatz von sogenannten kompostierbaren Bioabfallbeuteln gilt. Gerade umweltbewusste Verbraucher greifen vermehrt zu diesen Beuteln aus Biokunststoffen, um darin ihre Obst- und Gemüsereste zu entsorgen – und nehmen dafür einen Preisaufschlag gegenüber Plastik in Kauf.

Doch genau diese Biokunststoffe bereiten der Kompostierungsanlage am Asdonkshof Probleme. Wie Willi Tenhagen, Kämmerer der Gemeinde Sonsbeck, in einer Ausschusssitzung berichtete, benötigen die biologisch abbaubaren Mülltüten ungefähr neun Wochen, um vollständig zu verrotten – die Vergärungsprozesse in der Kompostierungsanlage des AEZ seien allerdings nur auf sechs Wochen ausgelegt. Somit seien Überreste der Tüten im fertigen Kompost als Fremdstoffe wiederzufinden. Cornelia Bothen, Pressesprecherin des AEZ, verweist zusätzlich auf ein praktisches Problem: „Der Biomüll wird hier derzeit noch von Hand vorsortiert. Die Mitarbeiter können oftmals gar nicht erkennen, ob es sich um eine herkömmliche oder eine biologisch abbaubare Plastiktüte handelt.“ Als Alternative empfehlen die Experten vom AEZ deshalb den Gebrauch von Tageszeitungen.

Die jetzige Informationskampagne soll zunächst weitere „Eskalationsstufen“ verhindern. „Sollten sich jedoch zu viele nicht an die Vorgaben zur Befüllung der Biotonne halten, könnte es irgendwann sein, dass sie nicht mehr geleert wird, wenn sich Plastik in ihr befindet“, berichtete Tenhagen im Ausschuss.

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