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Konzert in Xanten: Musiker spielen für Xantener Orgelbau-Projekt

Benefizkonzert im Dom : Musiker spielen für Xantener Orgelbau-Projekt

Der Xantener Dom soll wieder eine Schwalbennestorgel bekommen. Dafür sammelt der Orgelbauverein Geld – und bekommt jetzt Unterstützung von international gefeierten Musikern: Hansjörg Albrecht und Sergei Nakariakov geben ein Benefizkonzert.

Es wird eine Premiere sein. Zwei international gefeierte Musiker werden zum ersten Mal zusammen spielen – und zwar im Xantener Dom. Am Samstag, 11. Dezember, geben der Dirigent und Konzertorganist Hansjörg Albrecht sowie der Trompeter Sergei Nakariakov gemeinsam ein Benefizkonzert. Der Erlös soll dabei helfen, dass der Dom St. Viktor wieder eine Schwalbennestorgel bekommt. Damit an dem Abend ein möglichst hoher Betrag zusammenkommt, übernimmt die Kulturstiftung der Sparkasse am Niederrhein die Honorare der beiden Musiker. „Alles, was wir an Eintrittsgeldern einnehmen, können wir deshalb eins zu eins für den Orgelbau verwenden“, sagt Domorganist und Regionalkantor Matthias Zangerle.

Die Initiative ging vom Xantener Axel Schneider aus, der in München arbeitet, genauso wie Albrecht – beide kennen sich, und der Konzertorganist war schnell für Xantens Orgel-Projekt gewonnen: In einem sakralen Gebäude wie dem Dom müsse ein „Top-Instrument“ stehen, sonst sei der Kirchenbau seines Inhaltes beraubt, sagt Albrecht. „Es ist dann wie ein großes Wohnzimmer ohne einen großen Tisch.“ Deshalb wäre es „grandios“, wenn im Dom wieder eine Schwalbennestorgel hänge. „Wegen des Namens denkt man immer an ein kleines Tierchen, aber es kann ein riesiges Instrument sein“, erklärt Albrecht. Der Name leite sich daraus ab, dass die Instrumente oben an einer Wand hingen. „Von dort können sie den Raum gut beschallen.“

  • Xanten - Dom  - Schwalbennestorgel 
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Über Jahrhunderte war das in Xanten auch der Fall gewesen. 1539 habe im Dom die erste Schwalbennestorgel gehangen, ihr Platz war an der Nordseite des Langhauses, berichtet Zangerle. Das letzte Modell sei in den letzten Monaten des zweiten Weltkriegs zerstört worden. Bei den Luftangriffen der Alliierten auf die Stadt wurde der Dom schwer getroffen und musste erst wieder über viele Jahre aufgebaut werden. Aber die neue Orgel, die aus den 1970er Jahren stammt, kam vor das große Westfenster – und auch wegen dieses Standorts entspricht ihre Qualität nicht den musikalischen Ansprüchen eines Doms, erklärt Zangerle. Die Orgel stehe „viel zu weit hinten und zu tief“. Er berichtet, dass „viele Touristen, die in den Dom kommen, mit dem Kopf schütteln und sagen, wie kann man denn dort eine Orgel hinstellen“. Außerdem fehle den Registern die Wärme im Klang.

Deshalb ist vor wenigen Jahren ein Verein gegründet worden, um Geld für den Bau einer neuen Schwalbennestorgel zu sammeln, die wieder an der Nordseite des Doms aufgehängt wird. Technisch sei es machbar, sagt Zangerle. Zuerst muss aber die Finanzierung gesichert werden. Dafür ist der Verein auf Spenden angewiesen. Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist beachtlich, sodass schon eine ordentliche Summe zusammengekommen ist: rund 135.000 Euro, wie Zangerle sagt. Noch fehlt aber viel Geld. Deshalb hofft der Orgelbauverein, dass er mit dem Benefizkonzert im Dezember einen weiteren Schritt vorankommt. Mehrere Hundert Eintrittskarten kann er für den Auftritt von Hansjörg Albrecht und Sergei Nakariakov verkaufen. Darüber hinaus sind auch Spenden möglich.

„Die Orgel ist das Göttlichste aller Instrumente“, schwärmt Albrecht. „Wenn man sich darauf einlässt, die Augen schließt und alles um einen herum vergisst, dann hat man das Gefühl, dass der Himmel aufgeht.“ Und trotzdem war er sich mit Schneider einig, dass eine Orgel allein nicht reichen könnte, um möglichst viele Menschen für das Benefizkonzert zu gewinnen. Deshalb seien sie schnell auf die Trompete und dann auf Sergei Nakariakov gekommen, den „Paganini der Trompete“ und den „Caruso der Trompete“, wie er genannt wird. „Wir haben noch nie zusammen gespielt“, sagt Albrecht. Aber über einen gemeinsamen Freund, den russischen Komponisten und Jazz-Pianisten Uri Brener, der in Jerusalem lebt, sei der Kontakt entstanden, und sie hätten sich direkt verstanden. „Wir werden Werke von Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel sowie Uri Brener spielen“, erklärt Albrecht. „Dieses Konzert ist ein unglaubliches Glück.“ Vielleicht lasse sich die Zusammenarbeit noch ausbauen. „Ich werde tun, was ich kann, um die Orgelbewerbung zu unterstützen.“

Info Die Karten für das Konzert mit Hansjörg Albrecht und Sergei Nakariakov am 11. Dezember im Dom können unter Tel. 02802 808734 oder per E-Mail an kirchenmusik.dom.xanten@gmail.com bestellt werden. Dabei Name, Adresse und Telefonnummer angeben. Eine Karte kostet 25 Euro. Eine Ermäßigung gibt es nicht. An der Abendkasse werden nur vorbestellte Karten ausgegeben und bezahlt. Einlass ist ab 18.15 Uhr. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Für den Zutritt zum Dom gilt die 2G-Regel: Besucher müssen also genesen oder geimpft sein. Das wird am Eingang kontrolliert. Im Dom ist das Tragen einer Maske erforderlich.

(wer)