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Konstituierende Ratssitzung in Sonsbeck: Emotionaler Start in die Politik

Konstituierende Ratssitzung in Sonsbeck : Emotionaler Start in die Politik

Sonsbecks Bürgermeister Heiko Schmidt trat bei der konstituierenden Ratssitzung offiziell sein Amt an. Zu seinen Stellvertretern wurden Matthias Broeckmann und Marc-Marius Baumgart gewählt.

Wie heißt es so schön: Es hielt niemanden auf den Sitzen. Was gewöhnlich als triviale Umschreibung für die Begeisterung von Zuschauern bei Theateraufführungen, Prunksitzungen oder Shows dient, hatte bei der konstituierenden Sitzung des Sonsbecker Rates weitreichende Bedeutung. Der traditionelle Handschlag zur Verpflichtung der Ratsmitglieder musste coronabedingt ausfallen. Die 26 gewählten Vertreter gaben durch Erheben von ihren Plätzen das Signal, den Eid zu folgen und ihre „Aufgaben nach bestem Wissen und Können wahrnehmen, das Grundgesetz, die Verfassung des Landes und die Gesetze beachten und alle Pflichten zum Wohle der Gemeinde erfüllen“ zu wollen.

Dabei gab der wiedergewählte Bürgermeister Heiko Schmidt noch zu Beginn der Sitzung an, keine Show bieten zu können, wie sie im US-Wahlkampf ablaufe. Eine Show vielleicht nicht. Und doch war die erste Sitzung des neuen Rates hochemotional. Denn nachdem Werner Kalter als ältestes Ratsmitglied Heiko Schmidt in sein Amt eingeführt hatte, ließ dieser es sich nicht nehmen, ein paar Worte an das Gremium zu richten und dabei auchKostenpflichtiger Inhalt seine Erkrankung anzusprechen.

 Bürgermeister Heiko Schmidt (M.) mit seinen Stellvertretern Matthias Broeckmann (l.) und Marc-Marius Baumgart (r.).
Bürgermeister Heiko Schmidt (M.) mit seinen Stellvertretern Matthias Broeckmann (l.) und Marc-Marius Baumgart (r.). Foto: Beate Wyglenda
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Schmidt sprach von einem „bewegenden Tag“, ab dem er mit erfahrenen Kollegen und neuen engagierten Ehrenamtlern die Entwicklung aller drei Ortsteile mitgestalten könne. Er sprach von der Verantwortung gegenüber der Gemeinde und von Respekt – vor allem gegenüber den vielen ehrenamtlich Tätigen, den Vereinen und Institutionen, die „das Rückgrat der Gemeinde darstellen“. Auch die Herausforderungen der vergangenen Jahre kamen zur Sprache, etwa als sich 2014 ein Asylsuchender im Rathaus selbst in Brand steckte oder 2016 ein Jahrtausend-Unwetter in Sonsbeck tobte. Man habe das alles gemeinsam bewältigen können, mit „Herzblut und einem nicht selbstverständlichen Einsatz“. Damit blickte Schmidt optimistisch in die Zukunft, nun auch die Folgen der Corona-Pandemie bewältigen zu können. Mit der gleichen Zuversicht sprach er schließlich von seiner Erkrankung, mit der er noch immer zu kämpfen habe. Umso mehr freue er sich, seine zweite Amtszeit als Bürgermeister antreten zu dürfen. „Das habe ich meiner Familie zu verdanken, die viel auf mich verzichten muss und trotzdem immer zu mir hält – meinen Eltern, meiner Frau, meiner Tochter Lina, die heute ihren zwölften Geburtstag feiert“, sagte Schmidt mit tränenerstickter Stimme. „Herzlichen Glückwunsch!“

Der nachfolgende Applaus hätte jedes Theater-, Comedy- und Show-Ensemble vor Neid erblassen lassen. Es dauerte etwas, wieder zur Tagesordnung zu finden. Doch getreu dem Motto „Die Show muss weitergehen“ waren bei der konstituierenden Ratssitzung im Kastell noch zahlreiche personelle Fragen zu klären.

Die Wahl der stellvertretenden Bürgermeister haben Matthias Broeckmann (CDU) als erster Stellvertreter und Marc-Marius-Baumgart (SPD) als zweiter Stellvertreter für sich entschieden. Als Ausschussvorsitzende sind nach einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen folgende Personen benannt worden: Agnes Quinders (CDU) für den Bauausschuss, vertreten durch Utz Schmidt (CDU); Stefanie Michaelis (Grüne) für den Schulausschuss, vertreten durch Christa Weidinger (SPD); Matthias Broeckmann (CDU) für den Verkehrsausschuss, vertreten durch Heinz Josef Hensen (CDU); Josef Elsemann (CDU) für den Rechnungsprüfungsausschuss, vertreten durch Jürgen Kühne (FDP) und schließlich Josef Elsemann (CDU) für den Wahlprüfungsausschuss, vertreten durch Robert Peters (SPD).