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Klimpansen aus Sonsbeck bieten kostenlose Kletterausbildung für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit an

Kletterausbildung der Klimpansen in Sonsbeck : Hoch hinaus in der Jugendarbeit

Die Sonsbecker Klimpansen bieten neue Kletterausbildungen an. Für Ehrenamtliche, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sind diese 2022 kostenlos. Neben Sicherungsregeln steht eine pädagogische Einheit im Zentrum.

Er bietet 65 Wege, um über sich selbst hinauszuwachsen, auf 65 Routen geht’s rauf auf den neuen Kletterturm Sonsberg, den die Klimpansen Sonsbeck nach mehr als zweijähriger Planungs- und Bauzeit im Oktober vergangenen Jahres endlich einweihen konnten. Doch die inklusive Klettergruppe beansprucht den Aufstieg nicht ausschließlich für sich. Stattdessen will sie möglichst viele Menschen zum Gipfel führen. „Wir wollen den Kinder- und Jugendsport vor Ort stärken“, sagt Klimpansen-Leiter Willi Kisters. Deshalb soll es für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit 2022 kostenlose Kletterausbildungen geben. Die Nachfrage ist groß. Schon jetzt gibt es zwölf Anmeldungen für die ab April laufenden Kurse.

Im Oktober, gleich nach der Eröffnung, haben die Klimpansen erstmals Kletterkurse angeboten. „Wir wussten schon, dass es einige Interessenten gibt“, sagt Willi Kisters. „Mit 40 Leuten, die wir ausbilden konnten, von denen gut die Hälfte in der Jugendarbeit tätig ist, kann man die ersten Kurse aber als wirklich guten Einstieg bezeichnen.“ Neben einigen Übungsleitern des SV Sonsbeck nahmen auch Gruppenleiter der Pfadfinder und vom Jugendrotkreuz sowie die Ausrichter der Labbecker Ferienspiele teil. Letztere, so Kisters, wollen den Aufstieg auf den elf Meter hohen Turm in das Sommerferienprogramm 2022 aufnehmen. Ebenfalls die Familienhilfe aus Viersen und mehrere Lehrer erlangten in Sonsbeck ihre Kletterfreigabe. „Kostenlos ist die Ausbildung aber nur für Ehrenamtliche, die in der Gemeinde Sonsbeck mit Kindern und Jugendlichen arbeiten“, erklärt Kisters. Möglich macht dies das Förderprogramm „Sportplatz Kommune“ des Landessportbundes NRW.

 Der neue Kletterfels der Klimpansen aus Sonsbeck hat eine Gesamthöhe von elf Metern. 65 Routen führen zum Gipfel des Sonsberg.
Der neue Kletterfels der Klimpansen aus Sonsbeck hat eine Gesamthöhe von elf Metern. 65 Routen führen zum Gipfel des Sonsberg. Foto: Klimpansen
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„Unser Ziel ist, dass die Menschen den Sonsberg möglichst eigenverantwortlich nutzen können“, erklärt Kisters. „Denn wir können nicht die ganze Zeit dabeistehen.“ Jeder, der am Sonsberg Kletterer sichern will, muss die entsprechenden Sicherungsregeln beherrschen. Angeboten werden dafür drei Kurse: „Toprope“ vermittelt alles rund um das Material, das sichere Anseilen, Selbst- und Partnercheck, Seilkommandos, Klettertechniken und vieles mehr. Der „Sicherungskurs“ ist ähnlich aufgebaut, richtet sich aber vor allem an Menschen, die nur sichern und nicht selbst klettern wollen. „Diese Ausbildung wird gerne von Eltern oder Großeltern genutzt, die mit ihren Kindern den Sonsberg unabhängig nutzen wollen“, sagt Kisters. „Vorstieg“ erweitert die Toprope-Kenntnisse noch, richtet sich daher eher an fortgeschrittene Kletterer. Kisters ergänzt: „Wer bereits anderweitig Klettererfahrung gesammelt hat, muss keine Ausbildung mehr machen.“ Entscheidend sei die Anerkennung der Kletterordnung. Bei auswärtigen, unbekannten Nutzern werde trotzdem kurz überprüft, wie gut die Techniken tatsächlich sitzen. „Wir können mit geübtem Blick schnell erkennen, ob jemand am Seil unsicher ist“, sagt Kisters. „Nach drei Jahren ohne Praxis sind beispielsweise vielleicht einige Knoten nicht mehr geläufig.“

In allen drei Ausbildungen ergänzen die Klimpansen die Vermittlung der Regeln nach Standards des Deutschen Alpenvereins (DAV) durch eine soziale und pädagogische Einheit. „Es geht nicht darum, Höchstleistungen zu zeigen oder die Kinder nach oben zu treiben“, sagt Kisters. „Wir wollen am Sonsberg eine schöne Atmosphäre schaffen. Und wenn ein Kind sagt, nicht weiter steigen zu wollen, dann zeugt das ebenfalls von großem Mut.“

Nicht zuletzt deshalb gehören den jeweils dreiköpfigen Ausbildungsteams immer auch Kinder mit oder ohne Handicap der Klimpansen an. „Bei den Kursen im Oktober hat zum Beispiel eines unserer Mädchen, das nicht sehen kann, als Assistentin geholfen“, erzählt der Leiter. „Sie weiß einfach sehr viel, ist auf den Routen vorgeklettert, hat Techniken demonstriert und so die Leute schwer von sich begeistert.“ Die Kinder hätten so die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Ein neuer Weg für die Kletterer also, wieder ein Stück über sich hinauszuwachsen.

(beaw)