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Klappbrücke in Xanten-Wardt ist am Dienstag gewartet worden

Brücken-Wartung : Keine Durchfahrt nach Wardt

Am Dienstagmorgen wurde die Klappbrücke über die Wardter Förde von Fachleuten inspiziert – das Inseldorf war kurz nur über eine Umleitung zu erreichen. Doch auch dank der notwendigen Wartungen ist das Bauwerk in einem einwandfreien Zustand.

Das Inseldorf Wardt ist am Dienstagmorgen für ein paar Stunden beinahe von der Außenwelt abgeschnitten. Nur über eine landwirtschaftliche Brücke ist der Stadtteil an der Xantener Nordsee zu erreicehn. „Durchfahrt verboten“ signalisiert ein Verkehrsschild, das an der Abzweigung der Kreisstraße 32 (Bankscher Weg) nach Wardt aufgestellt ist. Umleitungsschilder weisen den vorübergehenden Weg. Straßensperren mit Warnbarken sind aufgestellt – aber auch die interessiert eine Autofahrerin nicht: Sie umkurvt die Absperrung, will unbedingt über die Straße „Am Meerend“ nach Wardt hinein kommen – und steht an der Klappbrücke vor geschlossenen Schranken.

Das tonnenschwere Bauwerk wird gerade gewartet, so wie jedes Jahr, so wie seit inzwischen schon mehr als 30 Jahren. Denn so alt ist die Brücke mittlerweile, die über die Wardter Förde führt, den unter der Brücke acht Meter breiten Verbindungskanal zwischen der Xantener Nordsee und der Südsee. Zwei Mal im Jahr rücken Fachleute an, um nach dem Rechten zu sehen. Einmal vor, einmal nach der Saison, des Freizeitzentrums Xanten, die Ostern beginnt und Ende Oktober endet.

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Die zehn Meter lange und 13 Meter breite Brücke ist zwar in die Jahre gekommen, aber sie funktioniert noch einwandfrei. Auch, weil sie regelmäßig gewartet wird. Während die Autofahrerin vor der Schranke steht und einfach nicht einsehen mag, dass sie jetzt nicht weiter fahren kann, turnt Schlosser Tobias Janßen von der Xantener Firma Minten draußen auf einer Plattform über dem Wasser herum. „Der Kollege schmiert noch das Zahnrad“, erklärt Elektromeister Stephan Wellmann-Peters (26), beim Dienstleistungsbetrieb Xanten (DBX) im Gebäudemanagement für alles zuständig, was mit Technik zu tun hat.

 Am Dienstagmorgen wurde die Klappbrücke am Freizeitzentrum Xanten gewartet. Auch dank der regelmäßigen Überprüfungen ist das tonnenschwere Bauwerk auch nach mehr als 30 Jahren in einem einwandfreien Zustand.
Am Dienstagmorgen wurde die Klappbrücke am Freizeitzentrum Xanten gewartet. Auch dank der regelmäßigen Überprüfungen ist das tonnenschwere Bauwerk auch nach mehr als 30 Jahren in einem einwandfreien Zustand. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Er steht wind- und wettergeschützt in dem warmen Brückenwärterhäuschen, in dem auch große Metallschrank steht, der die komplette Steuereinheit für die Klappbrücke beinhaltet. Die Schranktüren sind weit offen, Thomas Bleckmann (38) überprüft die unzähligen Kabel und Leitungen, die die Brücke „am Klappen halten“. Er ist Techniker und arbeitet bei einer Duisburger Elektrofirma, die die komplexe Technik der Brücke komplett geplant und auch verbaut hat.

 Thomas Bleckmann überprüft die Elektroverbindungen im Schaltschrank im Wärterhäuschen.
Thomas Bleckmann überprüft die Elektroverbindungen im Schaltschrank im Wärterhäuschen. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Erst im vergangenen Jahr wurde die Brücke runderneuert, die neueste Technik, neue Sicherheitsstandards eingebaut, auch am Pult im Wärterhäuschen, von dem aus die Klappbrücke gesteuert wird. Das neue Touchpanel am Steuer-Pult hat Thomas Porstmann konzipiert und programmiert, auch er arbeitet für die Duisburger Firma. Ampel auf Rot, Schranken runter, Klappbrücke hoch: 1:55 Minuten dauert der gesamte Vorgang, die Brücke ist nach der Runderneuerung schon deutlich schneller oben als vorher, bestätigen die Fachleute.

 Tobias Janßen schmiert die Zahnräder der Klappbrücke.
Tobias Janßen schmiert die Zahnräder der Klappbrücke. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Die Gefahr, dass sie ungebremst herunterfallen könnte, besteht nicht: Die Brücke ist mehrfach gesichert“, sagt Thomas Bleckmann, „bei dem kleinsten Fehler macht der Eldro dicht“. Der Eldro, das sind die beiden Bremsbacken, die über einen Motor gesteuert werden. Zusätzliche Sicherheit bieten die mit Beton gefüllten Gegengewichte oben an den Masten der Klappbrücke, die genau so schwer sind wie die Brücke selber – für den sogenannte Wippeneffekt.

Die Fachleute verstehen nicht nur etwas von ihrer Arbeit, sie bringen auch die nötige Ruhe mit. Denn bei ihrer notwendigen Arbeit werden sie immer mal wieder beschimpft. Von Spaziergängern, die mit dem Hund unterwegs sind, den Kopf einziehen und unter der Schranke durchgehen. Von Autofahrern, die keine Lust haben, einen kurzen Umweg in Kauf zu nehmen. Von Leuten, die unbedingt jetzt und sofort über die Brücke gehen oder mit dem Fahrrad fahren wollen und kein Verständnis dafür haben, dass so ein komplexes Bauwerk auch ab und zu einmal gewartet werden muss.

Dabei profitieren doch auch diese Menschen davon, wenn sie absolut sicher sein können, dass nichts passiert, wenn sie die Klappbrücke passieren.