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Sonsbeck: Kinder formen Hasen und Elefanten

Sonsbeck : Kinder formen Hasen und Elefanten

"Kunst ist ein weites Feld": Junge Künstler modellieren auf dem Raymakershof Ton und gestalten Stein.

Nils hat sich einen Pinguin mitgebracht. Die kleine Figur aus Kunststoff nimmt der 14-Jährige als Modell, um eine große aus Sandstein zu gestalten. Dazu schlägt der junge Bildhauer mit einem Knüpfel auf ein Schlageisen. So bricht er immer wieder kleine Stücke aus dem Sandstein heraus. "Diese Arbeit ist schwierig, aber schön", sagt Nils, der sich an der rechten Hand eine kleine Blase geholt hat, weil der hölzerne Hammer bei jedem Schlag vibriert. Bis Freitag will er seinen Pinguin vollendet haben, der 40 Zentimeter hoch ist, wie neun weitere Kinder ihre Skulpturen, die seit Dienstag bei der Bildhaueraktion "Fröhliche Tiere auf dem Land" dabei sind.

Dabei nehmen einige die Wendung "auf dem Land" nicht ganz so streng, selbst wenn sie mitten auf dem Land arbeiten, in der Werkstatt "NaturStein und Kunst" auf dem Raymakershof, der zwischen Xanten und Sonsbeck liegt. Neben Nils ist es zum Beispiel Ilias. Der Zehnjährige schlägt aus einem Stück Sandstein einen Elefanten.

Die anderen haben die heimische Tierwelt im Blick. Max verwandelt eine Sandsteinblock in einen sitzenden Hund und Michael seinen in einen Bullen.

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Steffen formt aus Ton ein lachendes Schwein, Timo einen Hasen und Emma ein Katzenrelief. "Die Kinder entwickeln handwerkliche Fähigkeiten", sagt Maggie Sonnen. "In einem eigenen, kreativen Prozess gewinnen sie Selbstbewusstsein. Am Ende sehen sie ein Ergebnis. Dazu entwickeln sie ein Gefühl für den Wert einer Skulptur, weil sie selber spüren, welche Arbeit ein Künstler sich damit gemacht hat." Die Künstlerin organisiert zusammen mit ihrem Mann Peter Paul Stahns die Bildhaueraktion, zu der die Künstlergemeinschaft Kreispunkt eingeladen hat. Die beiden beraten die Kinder und Jugendlichen dabei, wenn diese Sandstein gestalten.

Unterstützt werden die beiden von Gabi Tefke, die den jungen Künstlern Tipps gibt, wenn sie mit Ton modellieren.

"Die Kinder sind freiwillig hier", sagt die Kunstpädagogin. "Sie fühlen sich bei der Arbeit wohl. Und es gibt keine Noten." Dabei stellt schon einmal die eine oder der andere die Frage: "Was würde ich dafür bekommen?" Sie bekommen von Gabi Tefke zur Antwort: "Note Eins. Denn du hast das Thema erfüllt, sorgfältig gearbeitet und Ausdauer bewiesen." Dabei ist die Ruhe ein Teil des kreatives Prozesses. Es gibt eine einstündige Mittagspause. Dann sammeln zum Beispiel einige Kinder Äpfel, um danach Apfeleierkuchen zu backen. Am Nachmittag spielen sie, arbeiten weiter oder schauen sich in der Umgebung des Bauernhofes um.

Denn dort entsteht zurzeit der Skulpturenweg "Die Kunst ist ein weites Feld". Die Arbeiten der jungen Künstler, die fast alle aus Sonsbeck und Xanten stammen, werden als Teil dieses Skulpturenweges zu sehen sein, zu dem auch eine Ausstellung gehört.

(got)