Xanten: Keine Angst vor Panne: kfd Birten übt die Radreparatur

Xanten : Keine Angst vor Panne: kfd Birten übt die Radreparatur

Andreas Krüsken zeigte der Katholische Frauengemeinschaft, wie man den Reifen flickt oder die Kette wieder auflegt.

Kaum spähen die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken, schwingt sich die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) Birten wieder mit Freude auf das Fahrrad. Oftmals jedoch bereiteten Pannen dem Fahrspaß ein jähes Ende. Für die kommende Saison wollten sich die Damen nun rüsten und luden nach dem Motto "Selbst ist die Frau" zum Fahrradflickkursus ein.

Fahrradladen-Besitzer Andreas Krüsken zeigte, wie es geht. Lange Vorträge hielt er nicht, sondern zeigte den Frauen direkt am "lebenden Modell", wie ein Mantel abgezogen, der Schlauch nach Löchern überprüft, ein Rad herausgelöst oder die Kette aufgelegt wird. Zwischendurch mussten die Frauen selbst mal ran, um das Gelernte zu verinnerlichen. "Ich war ganz erstaunt, wie gut die Damen das, was ich ihnen beibrachte, umsetzten. Sie bewiesen einmal mehr, dass Kraft gar nicht entscheidend ist, sondern man mit den richtigen Hilfsmitteln, Wissen wie und vor allem Teamwork zum guten Ergebnis kommt", sagte der Fachmann.

Zu den wichtigen Hilfsmitteln gehören neben Flickzeug und einer Luftpumpe ein 8/9er- sowie 10/11er-Maulschlüssel, ein Imbusstern und eine Minikombizange ebenso wie ein Kreuz- und ein Schlitzschraubenzieher. "Ich nehme zudem ein paar Kabelbinder, Isolierband, ein Stück Stromschlauch und eine Birne mit. Das klingt viel, bei so einer großen Gruppe reicht es aber, wenn jeder etwas mitnimmt", erklärte der Fachmann. Zeitgleich riet er, sich gleich beim Kauf des Rades oder sonst beim Fachmann des Vertrauens darüber zu informieren, welches Werkzeug für das eigene Fahrrad am sinnvollsten sei. "Ein guter Händler berät einen gerne", versicherte er.

Ist der Reifen platt, muss man diesen nicht gleich ausbauen. "Ist man durch eine Scherbe oder Nagel gefahren, ist die schadhafte Stelle schnell lokalisiert. Dann kann man den Mantel (mit Hilfe eines Mantelhebers) abhebeln und den Schlauch noch im Rad flicken. Da kann nichts schiefgehen", sagte Krüsken. Ist die schadhafte Stelle dagegen nicht mit bloßem Auge zu erkennen oder ist der Schlauch geplatzt, muss der Reifen raus. Dabei gilt: Alle gelösten Schrauben und Achsmuttern der Reihe nach ordnen, um sie später wieder richtig anzubringen. Und: "Nie mit Gewalt arbeiten. Lässt sich etwas nicht lösen, ist am Rad allgemein etwas nicht in Ordnung", betonte Krüsken. Da man unterwegs nun nicht immer eine Wanne Wasser dabei hat, pumpt man den Schlauch etwas auf und fühlt an einer empfindlichen Hautstelle, wo die Luft austritt. Vulkanisierungsflüssigkeit großzügig auftragen, etwas einwirken lassen, Flicken drauf, andrücken, fertig. Anschließend den Reifen quasi in umgekehrter Reihenfolge wieder einbauen.

"Das muss nicht hundertprozentig sein, da man mit diesem Fahrrad eh zur Werkstatt muss. Die Flickmaßnahme ist nur notdürftig, um irgendwie nach Hause zu kommen", verdeutlichte der Fachmann. Grundsätzlich betonte er jedoch: "Ist man sich nicht sicher, sollte man lieber die Finger von lassen als kaputtzumachen machen."

(beaw)