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Xanten: Kassensturz auf der Kirmes

Xanten : Kassensturz auf der Kirmes

„250 bis 300 Euro kostet uns der Kirmesbesuch“, gibt Reiner Kempken aus Xanten offen zu. Fahrten zu anderen Jahrmärkten seien da nicht drin. Der Familienvater räumt trotzdem ein: „Ganz ohne Kirmes geht’s auch nicht.“

Wir bummeln mit der Familie Kempken über die Kirmes. Mit dabei sind die Jüngsten: Alexander (4) und Alexandra (13). „Heute Abend ist noch ein gemeinsamer Besuch mit Larissa (15) geplant, unser Großer, Pascal (22), kümmert sich lieber um sein Studium“, erzählt Reiner Kempken. Alexander will erst mal zum Columbiarad: „Das mag ich am liebsten.“ (Fahrtkosten: 3 Euro für Erwachsene, 2 Euro für Kinder.) Gerard Krolikowski, der das Riesenrad steuert, klagt über seine eigenen Kosten.

Fotos von „oben“

„Alles wird teurer, aber wir müssen unsere Preise seit Jahren halten.“ So eine Fahrt bis zu 38 Meter über Xantens Markt dauert vier bis fünf Minuten. Der Reiz dieses Fahrgeschäfts fasziniert Groß und Klein seit vielen Jahren. „Viele nehmen Fotoapparate mit, um ihre Heimatstadt mal aus der Vogelperspektive zu knipsen.“

Inzwischen schwingen sich Alexander und Alexandra in ein Polizeiauto des „Kindertraums“. Vater zahlt pro Fahrt je einen Euro (gestern war Familientag), sonst 1,50 Euro. Norman Söhngen aus Duisburg drückt auf den Startknopf des Karussells und versichert: „Wir halten unsere Preise schon seit Jahren unverändert – trotz steigender Kosten.“

Familienvater Kempken sieht dagegen die aus seiner Sicht steigenden Kosten der Kirmes. „Das ist über die Jahres alles teurer geworden. Den Spaß wollen wir uns nicht entgehen lassen, aber die Kosten müssen überschaubar bleiben.“ Aus diesem Grund werde auch an den Verkaufsbuden gespart: „Da leisten wir uns allenfalls noch mal gebrannte Mandeln.“

Von wegen teurer – Sabine Hollecke vom „Schlaraffenhaus“ hält dagegen: „Bei uns ist seit dem Wechsel von der Mark zum Euro vieles billiger geworden.“ So habe sie früher eine kleine Tüte Popcorn für 1,50 Mark verkauft. Heute gehe diese für nur einen Euro über die Theke. Trotz deutlich gestiegener Eigenkosten werde Popcorn folglich billiger als früher verkauft.

Solchen Argumenten verweigert sich auch Reiner Kempken nicht: „Fakt ist trotzdem, dass der Kirmesbesuch für uns als Familie teurer geworden ist.“ Für ihn sei beispielsweise ein Ausflug ins Kalkarer Kernwasserwunderland mit Tagespreisen (für Kinder) unter 20 Euro günstiger, weil sein Nachwuchs dort immerhin neben dem Fahrspaß auf den verschiedenen Angeboten mit Pommes und Getränken verwöhnt werde. „Und die sind mit dem Eintrittspreis bereits bezahlt.“

Kirmes-Highlight

Trotzdem wollen der Xantener und seine Familie auf den traditionellen Kirmesbesuch auf keinen Fall verzichten – „nur einteilen müssen wir unser Kirmes-Budget schon“. Immerhin freut Kempken sich jetzt schon auf ein kostenloses Kirmes-Highlight: „Das tolle Höhenfeuerwerk zum Abschluss lassen wir uns zuhause nie entgehen.“

(RP)