Büttensitzungen in Sonsbeck Karneval ganz in Frauenhand

Sonsbeck · In Sonsbeck kümmert sich die Katholische Frauengemeinschaft darum, dass in der Bütt ordentlich was los ist. Wie lange schon, weiß niemand mehr so genau. Das Ziel der Damen ist dafür umso klarer.

 Der Elferrat und die rührigen Dollen der Katholischen Frauengemeinschaft Sonsbeck blicken den Karnevalssitzungen voller Vorfreude entgegen.

Der Elferrat und die rührigen Dollen der Katholischen Frauengemeinschaft Sonsbeck blicken den Karnevalssitzungen voller Vorfreude entgegen.

Foto: Wyglenda

Zugegeben, im Vergleich zu anderen Kommunen ist es in Sonsbeck relativ ruhig auf den Straßen, wenn die närrische Hochzeit beginnt. Kein Karnevalszug rollt durch die Gemeinde. Es gibt auch keinen originären Karnevalsverein. Und doch: „Sonsbeck ist total jeck“, betont Karin Kürvers. „Hier ist bei den Büttensitzungen einiges los“, ergänzt die Frau mit glitzerndem Partyhut. Um sie herum sitzen knapp zwei Dutzend weiterer Damen, ebenso bunt und funkelnd geschmückt. Es werden Chips und Gummibärchen gereicht, hin und wieder auch ein Gläschen Prosecco. Es wird gequatscht und gelacht. Die Stimmung ist ausgelassen. Diese gut gelaunte Truppe sorgt dafür, dass in Sonsbeck an Karneval was los ist. Denn hier liegt das närrische Bühnenprogramm ganz in Frauenhand, genauer: in Hand der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd).

Gleich drei Sitzungen planen der kfd-Elferrat und die rührigen Dollen, wie sich die Darstellerinnen nennen. Frei nach der Devise „Ladies first“ findet am Donnerstag, 9. Februar, zunächst die Frauensitzung statt. Zu den Büttensitzungen am Freitag, 10. Februar, und am Samstag, 18. Februar, sind dann auch die Herren ins Kastell eingeladen.

Zum Bühnenprogramm gehören neben Büttenreden auch Sketche und Tänze. Hier sind die Dollen bei einem Sketch als „rüstige Witwen“ zu sehen.

Zum Bühnenprogramm gehören neben Büttenreden auch Sketche und Tänze. Hier sind die Dollen bei einem Sketch als „rüstige Witwen“ zu sehen.

Foto: kfd

„Schon als wir zum Hoppeditz­erwachen im November das Motto bestimmt hatten, merkte man, alle haben richtig Bock“, sagt Sitzungspräsidentin Kürvers. Drei Jahre lang musste der Karneval auf der Kastell-Bühne pausieren. Wegen Corona. Aber auch, weil die kfd-Damen nur alle zwei Jahre ein Programm auf die Beine stellen. „Früher haben wir uns jährlich mit den Schützen abgewechselt“, erzählt Kürvers. Seit mehr als zehn Jahren kümmern sich die Frauen alleine ums närrische Treiben. Den zweijährigen Turnus wollten sie aber beibehalten. „Wir feiern eben alle gerne und sehen uns auch gerne andere Auftritte an“, sagt Kürvers. In den auftrittsfreien Jahren werden Inspirationen gesammelt. Und inspiriert sind die Närrinnen nach drei Jahren Pause umso mehr.

Mit dem Sessionsmotto „Es war einmal – früher und auch heut‘, es gab schon immer jecke Leut‘!“ blicken die Frauen aber noch viel weiter in die Vergangenheit. „Wir fangen sehr früh in der Menschengeschichte an“, erzählt Kürvers augenzwinkernd. Mehr soll zum mehr als zweieinhalb-stündigen Programm mit 14 Nummern aber nicht verraten werden. Geht auch gar nicht. Denn selbst die Darstellerinnen kennen jeweils nur ihre eigenen Nummern, die alleine oder in kleinen Gruppen zu Hausee oder im Kastell geprobt werden. Erst bei der Generalprobe sehen Elferrat und die Dollen das Gesamtwerk. Die Vorfreude ist entsprechend groß.

Zumal es in diesem Jahr zwei Neuzugänge im Elferrat gibt: Uschi Schönherr und Alexandra Schwillo. Beiden sei der Karneval, wie sie sagen, in die Wiege gelegt worden. Alexandra Schwillos Mutter war schon im Elferrat aktiv. Uschi Schönherr stieg dafür „etliche Jahre“ mit ihrem Mann Wilfried im Moerser Karneval in die Bütt.

Etliche Jahre, so sind sich die Frauen einig, sorge auch die kfd Sonsbeck schon für das Bühnenprogramm an Karneval. Ab wann genau, kann keine von ihnen mehr so genau datieren. „Mindestens seit dem Kriegsende“, sagt Lisel Paßmann. Sie ist am längsten dabei, trat der fröhlichen Scharr 1981 bei und war bis 2015 Sitzungspräsidentin. Ihren ersten Auftritt hatte sie aber schon 1961. Mit zarten 21 Jahren feierte sie in Ossenberg Bühnenpremiere. „Ich trat als freche Göre auf“, erinnert sie sich. „Das passt ja“, necken sie die anderen Dollen lachend.

Einen Karnevalsumzug oder Karnevalsverein in Sonsbeck vermisst hier niemand in der Runde. „Wir machen das gerne, weil es uns Spaß macht und weil wir es gut können“, betont Kürvers und der Rest applaudiert. „Unser Ziel ist, allen einen wunderschönen Abend zu bereiten“, ergänzt sie. Die kfd-Damen fangen direkt damit an und stoßen auf den Karneval an.

(beaw)
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