Karl-Josef Laumann in Xanten: Viel Applaus für einen Westfalen

NRW-Gesundheitsminister Laumann in Xanten : Viel Applaus für einen Westfalen

NRW-Gesundheitsminister Laumann sprach in Xanten über Pflege, Fachkräftemangel und andere Themen. Als es um die Krankenhäuser ging, wandte sich einer der Zuhörer mit einer eindringlichen Bitte an den CDU-Politiker.

(wer) Karl-Josef Laumann kommt direkt zur Sache. Der Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit in Nordrhein-Westfalen ist gerade erst in Xanten angekommen, da schnappt er sich das Mikrofon und poltert los, kritisiert die Klimadebatte als einseitig, wirbt für die Zuwanderung von Fachkräften und schimpft darüber, dass im Jahr 2019 immer noch ein Rezept auf Papier ausgedruckt werden müsse, um ein Medikament zu bekommen. Wäre der Bankensektor so langsam bei der Digitalisierung wie die Gesundheitsbranche, würden immer noch Überweisungsträger verwendet, um Geld von einem Konto auf ein anderes zu bringen, lästert der 61-Jährige.

Aus dem Stegreif redet der Politprofi an diesem Freitagnachmittag eine Stunde lang über Klimaschutz, Pflege, Fachkräftemangel und Krankenhäuser. Es ist ein unterhaltsamer und spannender Vortrag über die Arbeitsmarkt- und Gesundheitspolitik, weil Laumann ein Mann der klaren Worte ist. Seine Zuhörer klatschen oft, zum Beispiel als sich der CDU-Politiker für ein weltoffenes Deutschland ausspricht und über diejenigen schimpft, die das Land abschotten wollten. Überhaupt trifft der Westfale hier am Niederrhein auf viel Zustimmung. Seinetwegen sind einige Dutzend Frauen und Männer in die Aula des Stiftsgymnasium gekommen. Die Senioren Union Xanten um Rolf Trost hat den Minister eingeladen, und er ist gern gekommen, nimmt sich Zeit, geht auf die Menschen zu, hört sich an, was sie ihm sagen, und antwortet ihnen.

Aber manche Worte des Ministers werden mit Sorge verfolgt. Laumann kündigt zum Beispiel an, dass er die Krankenhausplanung aktualisieren wolle. Kliniken sollten sich auf Fachgebiete spezialisieren und darlegen, dass sie dafür auch die Geräte und das Personal haben und dass sie ein Minimum an Fallzahlen behandeln, sonst könnten sie die Qualität der Behandlung nicht gewährleisten. Es klingt, als drohe den Krankenhäusern Ungemach. Xantens Klinik-Geschäftsführer Michael Derksen wirbt deshalb für sein Haus, das gerade erst wieder bei einem bundesweiten Vergleich sehr weit vorn gelandet ist. Hier in Xanten habe man sich schon spezialisiert, sagt Derksen und appelliert an den Minister, „behutsam“ mit der Krankenhausplanung umzugehen. So wie Laumann in Xanten aufgetreten ist, dürfte er diese Bitte in die weiteren Beratungen mitgenommen haben.

(wer)