Jusos im Kreis Wesel wollen Zuschuss für Fahrt von Disco nach Hause

Jusos im Kreis Wesel : Jusos: Taxizuschuss für die Jugend

Das „Fifty-Fifty-Taxi“, ein ähnliches Projekt in Xanten, ist derzeit noch in der Testphase.

Im Kreis Kleve ist der „Night Mover“ seit Jahren ein Erfolgsmodell. Und auch in Xanten befindet sich seit einigen Wochen das Projekt „Fifty-Fifty-Taxi“, das von der Sozialstiftung der Stadt Xanten und weiteren Fördermittelgebern ins Leben gerufen wurde, in der zweiten Testphase.

Nach einem ersten weniger erfolgreichen Anlauf in den Sommerferien ging die Stadt gezielt auf die Schulen zu, um für ihr Projekt zu werben. Die zweite Testphase läuft nun noch bis zum Ende der Herbstferien. Wie Niklas Franke, Technischer Dezernent der Stadt Xanten auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, werde das Angebot nun reger genutzt als noch zu Beginn. „Erst nach Abschluss der Testphase wird mit allen Beteiligten ein Resümee gezogen“, sagt Franke. Dann fällt auch die Entscheidung darüber, ob das Angebot verstetigt wird.

Nun fordern allerdings auch die jungen SPD-Politiker (Jusos) im Kreis Wesel Subventionen bei nächtlichen Taxifahrten von der Disco oder Party nach Hause am Wochenende. So könnten die Jugendlichen aus Sicht der Jusos „günstig und sicher von der Party nach Hause fahren“. Der Kreis solle einen Zuschuss pro Fahrt und Person zahlen.

Benedikt Lechtenberg aus Hünxe, Vorsitzender der Kreisjusos, sagt: „Für junge Menschen im Kreis ist es schwierig, mobil zu sein. Insbesondere am Wochenende gibt es kaum Chancen, um zu Partys, Clubs und Kneipen zu kommen, geschweige denn, den Weg nach Hause zu bestreiten.“ Das Night-Mover-Modell, das im Kreis Kleve bereits seit 2012 läuft, erlaubt jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren am Wochenende sowie an gesetzlichen Feiertagen und an Karneval, vergünstigt Taxi zu fahren. Pro Person und Fahrt gibt es einen Zuschuss durch den Kreis.

Ruth Keuken, Sprecherin des Kreises Kleve, erklärt auf Anfrage: „Wir arbeiten mit einem sogenannten Voucher-System. Die Jugendlichen können sich vorher im Internet ein Ticket ausdrucken. Das geben sie beim Taxifahrer ab. Pro Ticket gibt es fünf Euro Vergünstigung bei der Taxifahrt. Bei mehreren Jugendlichen können auch mehrere Voucher eingesetzt werden. Der Taxifahrer reicht diese Voucher dann beim Kreis ein.“ Jährlich würden 80.000 bis 90.000 Tickets ausgedruckt, die Hälfte auch tatsächlich eingelöst. Die Kosten, rund 200.000 Euro im Schnitt, würden auf die Kommunen des Kreises umgelegt. „Wir sorgen mit diesem System dafür, dass die Jugendlichen sicher nach Hause kommen“, erklärt Keuken. Inzwischen zeige auch der Kreis Viersen Interesse an dem Projekt. Insbesondere für die ländliche Region, wo es kaum ÖPNV-Angebot gibt, sei das eine Alternative.

Die Weseler Taxibranche würde das Projekt begrüßen. Michael Dickmann von Taxi Dickmann verweist darauf, dass seine Branche schon vor 15 Jahren in Eigeninitiative ein solches Projekt gestartet hatte. Es gab vergünstigte Fahrten von manchen Diskotheken zurück nach Hause. Damals sei der Kreis Wesel finanziell nicht tätig geworden. Letztlich sei das Modell auch deshalb wieder eingestampft worden, erklärt Dickmann.

Lechtenberg ist überzeugt vom Modell. Jugendliche und junge Erwachsene könnten damit günstig und sicher am Wochenende zwischen 22 und 6 Uhr mobil sein. Es sei auch bequemer, Unfälle könnten vermieden werden. Die Höhe des Zuschusses muss durch den Kreis festgelegt werden. Die SPD-Jugend sieht im Modell eine Chance, aber noch nicht die Komplettlösung für die aus ihrer Sicht „schlechte ÖPNV-Situation“. Dieser sei viel zu sehr ausgedünnt worden.

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