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Jukuwe in Xanten:  Jugendliche simulieren die Bundestagswahl

Jukuwe in Xanten wird zum Wahllokal :  Jugendliche simulieren die Bundestagswahl

Die Jugendkulturwerkstatt (Jukuwe) in Xanten ist eine Woche lang ein Wahllokal für Schüler. Genauso wie bei der Bundestagswahl können die Jugendlichen einer Partei ihre Stimme geben. Am Freitag wird das Ergebnis der U18-Wahl veröffentlicht.

Ella hat sich informiert. Deshalb weiß sie genau, wem sie ihre Stimme geben will und warum sie überhaupt wählt: Weil sie mit entscheiden wolle, wer die Regierung stellt, sagt sie. Dieses Mal kann sie aber noch keinen Einfluss auf die Politik in Deutschland nehmen, sie ist noch unter 18 Jahre alt, darf also noch nicht an der Bundestagswahl teilnehmen. Aber sie darf bei der U18-Wahl in der Jugendkulturwerkstatt Exit (Jukuwe) mitmachen, genauso wie rund 1000 andere Schülerinnen und Schüler in Xanten. Es ist eine Simulation der Bundestagswahl, um Jugendliche unter 18 Jahren für Politik zu interessieren.

Die Jukuwe beteiligt sich zum vierten Mal an dem bundesweiten Angebot. Im Gebäude ist ein Wahlbüro aufgebaut worden. Eine Woche lang kommen Schulklassen hierhin. Die Jugendlichen gehen einzeln zu den Wahlkabinen, kreuzen auf dem Stimmzettel eine Partei an, falten das Papier und stecken es in die Urne. Es gibt nur einen Unterschied zur Bundestagswahl – bei der Simulation haben die Schüler nur eine Stimme, keine zwei. Für den Anfang soll es nicht zu kompliziert sein. Es geht darum, den Jugendlichen die Scheu zu nehmen und ihnen zu zeigen, dass es gar nicht schwierig ist, zu wählen.

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Die Schülerinnen und Schüler seien gut vorbereitet, sagt Jukuwe-Leiter Georg van Schyndel. Im Politikunterricht haben sie sich damit auseinandergesetzt. Die Klasse 8a an der Marienschule hat sogar den Wahlkampf simuliert, wie Lehrerin Kirsten Schwarz berichtet. Dafür haben sich die Schülerinnen gruppenweise die Wahlprogramme von Parteien vorgenommen und gegenseitig vorgestellt. Daraus seien Diskussionen über Steuern und gerechte Löhne entstanden, berichtet Schwarz. Durch solche Angebote wie die U18-Wahl könnten sich die Jugendlichen viel besser mit Politik auseinandersetzen, sagt sie. „Es wird für die Schülerinnen und Schüler greifbarer“, meint auch Lehrer Marcel Aengenvoort, der mit Schülern des Stiftsgymnasiums zum Wählen gekommen ist. Auch Klassen der Gesamtschule machen mit.

Bis Freitagnachmittag ist das Wahllokal der Jukuwe geöffnet, dann zählen van Schyndel und seine Mitarbeiter die Stimmen aus. Die Ergebnisse werden auf den Facebook- und Instagram-Seiten der Jugendkulturwerkstatt veröffentlicht. Dann können die Jugendlichen sehen, wie die Parteien bei ihnen abgeschnitten haben.

(wer)