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Inklusion in Xanten: DBX bietet Job für Menschen mit Handicap

Unterstützung für Menschen mit Behinderung : Inklusion auf der Streuobstwiese

Die Stadt Xanten arbeitet mit dem Verein Spix zusammen, damit Menschen mit Handicap eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen. Ein Zwischenfazit nach sechs Monaten fällt durchweg positiv aus.

Detlef Voss hat schon einige Arbeiten in seinem Berufsleben gemacht. Seit einigen Monaten unterstützt der 58-Jährige nun den Baubetriebshof der Stadt Xanten. Zusammen mit seinen Kollegen Tobias Olejak und Sascha Burmeister-Wilden hat er am Buchenweg eine öffentliche Grünfläche angelegt und pflegt sie. Es ist ein kleiner Garten Eden in dem Neubaugebiet geworden, in dem verschiedene Bäume und Sträucher wachsen. Mitunter ist es eine körperlich anstrengende Arbeit unter freiem Himmel, bei Wind und Wetter, aber Voss hat Freude an der Aufgabe. Diesen Job, sagt er, „den lasse ich mir nicht mehr nehmen.“

Sein Job ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit des städtischen Dienstleistungsbetriebs Xanten (DBX) und der Sozialpsychatrischen Initiative Xanten (Spix), die Menschen mit einer seelischen Erkrankung oder einem anderen Handicap unterstützt. Die beiden Partner wollen die Inklusion vorantreiben, also die Teilhabe von allen Menschen am Leben, es ist auch ein Wunsch von Bürgermeister Thomas Görtz.

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Dafür hat der DBX mit der Spix-Werkstatt für Menschen mit Behinderung ein Inklusionsprojekt in Form von betriebsintegrierten Arbeitsplätzen gestartet. Formal bleiben die Mitarbeiter also Beschäftigte ihrer Werkstatt, werden aber in einem Betrieb des sogenannten ersten Arbeitsmarktes eingesetzt und arbeiten dort, ohne dass sie durch ihren Einsatz einen Arbeitsplatz verdrängen. In diesem Fall bedeutet das: Mehrere Beschäftigte der Spix unterstützen den DBX-Baubetriebshof, dabei werden sie von einer Gruppenfachkraft betreut, und der DBX setzt sie fast genauso ein wie seine eigenen Mitarbeiter und zahlt an die Spix ein Entgelt.

Von der Zusammenarbeit profitieren alle, wie die Beteiligten berichten. „Das erste Fazit nach sechs Monaten fällt außerordentlich positiv aus“, erklärt Görtz. „Unsere neuen Kolleginnen und Kollegen fügen sich hervorragend ein und haben spürbar Freude an ihrer Arbeit.“ Der DBX überträgt Voss und seinen Kollegen vor allem kreative Aufgaben, etwa die Gestaltung der Streuobstwiese am Buchenweg oder die Bepflanzung rund um das neue Feuerwehrgerätehaus in Wardt. Der Baubetriebshof werde dadurch entlastet, sagt DBX-Vorstand Michael Lehmann. „Wir bereichern uns gegenseitig in ganz vielen Bereichen“, resümiert Görtz.

Voss und seine Kollegen wiederum sagen, dass sie „eine tolle Möglichkeit“ erhalten, auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig zu werden, Erfahrungen zu sammeln und letztlich daran zu wachsen. Denn sie bekommen Aufgaben zugewiesen, die durchaus fordernd sind, aber auch abwechslungsreich. Dafür erhalten sie Bestätigung und Anerkennung. Vor allem: Sie gehören dazu. Es sei wie „Honig auf der Seele“, wenn sie die Akzeptanz der Kollegen spürten, sagt Voss. Das geht sogar soweit, dass er und die anderen Spix-Arbeitskräfte auf der Straße schon auf die Grünflächen in der Stadt angesprochen werden. Denn für die Bürger vertreten auch sie in ihren orange-farbenen Arbeitshosen den DBX. Weil eben kein Unterschied zwischen ihnen und ihren Mitarbeitern vom Baubetriebshof zu erkennen ist.

Es ist nicht das erste Inklusionsprojekt dieser Art in Xanten: Eine andere Gesellschaft, an der die Stadt beteiligt ist, das Freizeitzentrum (FZX), arbeitet schon seit einigen Jahren mit der Spix zusammen – unter anderem in der Grünpflege – und macht ebenfalls gute Erfahrungen mit betriebsintegrierten Arbeitsplätzen. Die Stadt wirbt daher für die inklusive Arbeit. Zusammen mit der Spix spricht sie von einem „großen Gewinn“, insbesondere für die Unternehmenskultur, ein soziales Arbeitsklima und das Miteinander im Betrieb. „Inklusion gelingt immer dann besonders gut, wenn man auf die vielfältigen Potenziale aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzt“, erklärt Greta Schwienke von der Spix.

(wer)