Xanten: In der Mitte hängt's noch

Xanten: In der Mitte hängt's noch

Der Alleenradweg vom Bahnhof Xanten bis zur Stadtgrenze Kalkar ist Publikumsliebling. Der Radweg ist sehr gut zu befahren und hat über weite Strecken tatsächlich den Charakter einer Allee. Doch es fehlt das Mittelstück bis Kleve.

Die Strecke ist gut gewählt: Dort, wo im Xantener Kopfbahnhof die Züge enden, knüpft der Alleenradweg an. Er führt über die alte Bahntrasse durch die niederrheinische Landschaft und verbindet den Wallfahrtsort Marienbaum über Mörmter mit Xanten.

Die Übergänge an der Kreis- beziehungsweise Landstraße sind gut gekennzeichnet und gesichert. Doch bei der Einfahrt in den Ortsmittelpunkt will der schöne Weg grell die Augen blenden. Die Brandruine des Marienbaumer Bahnhofs steht wie ein stummes Mahnmal und vermüllt inmitten eines schönen Neubaugebietes, das sich mit der Beseitigung des ehemaligen Raiffeisengeländes dort entwickeln konnte.

Und die Stadt will dort noch mehr entwickeln, wie erst kürzlich der Beigeordnete Thomas Görtz im Sommerinterview ausführte. Die Optionen für das weitere Vorgehen am Bahnhof werden noch geprüft. Von der Brandruine weiter kreuzt der Alleenradweg kurz die Uedemer Straße und folgt auf der Bahntrasse bis zur Stadtgrenze Kalkar. Hier stößt er stumpf auf den Wüldersweg.

Radwegschilder weisen von hier aus den Weg über Feldwege nach Uedem und Goch und nach rechts zurück zur B 57. So soll's auch bleiben, wie Kalkars Bürgermeister Gerhard Fonck gestern auf Anfrage erklärte. Fonck: "Wir haben doch schon mit Xanten angefangen und den Anschluss am Wüldersweg auf Kalkarer Gebiet gebaut."

Der Ausbau des Radweges auf der alten Bahntrasse durch das Gewerbegebiet Kehrum ist nicht beabsichtigt. Im weiteren Verlauf habe die Bahn bereits früh Grundstücke verkauft, so dass der Alleenradweg nicht mehr komplett über die historische Schienenstrecke verlaufen kann.

In Kalkar selbst hänge der Ausbau von der Umsetzung der Planung für ein Fachmarktzentrum im Bereich Kreisverkehr Bahnhofstraße ab. Fonck: "Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht. Wir warten auf den Bagger des Investors." Die Stadt Kleve hat ihrerseits mit dem Bau in Richtung Xanten begonnen: Rund 1000 Meter Strecke wurde Anfang Juli fertig; sie sind allerdings nur ein erster Bauabschnitt.

Den zweiten Bauabschnitt vom Brückenbauwerk Klever Ring in Richtung Xanten wird Kleve beginnen, sobald sich Bedburg-Hau an der Finanzierung des Radweges beteiligt. Nach dem Erfolg auf Xantener Gebiet überlegen nun Xanten, Sonsbeck und Uedem, ob sie auf der Trasse der alten Boxteler Bahn eine Radwegeverbindung herstellen sollen. Die Verhandlungen mit der Bahn laufen bereits.

Sonsbecks Bürgermeister Leo Giesbers meinte kürzlich, dass alles von der Landesförderung abhänge. So diskutiert auch die Gemeinde Uedem. Für den Abschnitt II Uedemerbruch und Xanten hat sie sich noch nicht entscheiden können. Es handelt sich um den spannenden Abschnitt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So schön ist der Alleenradweg

Mehr von RP ONLINE