Impftermine für Ü60 im Kreis Wesel „War wohl wie Lotto“

Xanten/Rheinberg · In NRW sind kurzfristig Impftermine für Menschen über 60 angeboten worden, nachdem Astrazeneca-Impfdosen übrig waren. Im Kreis Wesel gelang es einigen, einen Impftermin zu bekommen. Anderen aber nicht. Einige Beispiele.

 Corona-Impfung mit Astrazeneca (Symbolbild).

Corona-Impfung mit Astrazeneca (Symbolbild).

Foto: dpa/Matthias Bein

Ein Leser aus Rheinberg berichtete, dass er für seine Frau und sich am Sonntag online einen Impftermin vereinbaren wollte. Die Registrierung habe geklappt, er habe auch die Bestätigungsmail erhalten, aber es sei nicht möglich gewesen, einen Termin auszuwählen. Eine Anfrage beim NRW-Bürgertelefon habe nicht geholfen, und die Hotline 116117 sei überlastet gewesen. Wir schilderten den Fall der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, und sie vermutete, dass schon alle Termine im Kreis Wesel vergriffen waren, als der Mann es versuchte.

Auf Facebook berichtete auch eine Frau aus Xanten, dass sie sich am Samstag und Sonntag zunächst vergeblich um einen Impftermin bemühte. Dann habe sie ihre Postleitzahl auf Rees geändert und ohne Probleme einen Termin in Kalkar bekommen, also im benachbarten Kreis Kleve. Ob sie als Xantenerin den Termin wahrnehmen könne, wisse sie aber noch nicht. Andere schrieben, dass sie es ebenfalls vergeblich versucht hätten, zum Teil stundenlang. Eine Frau erklärte, dass sie auf dem Smartphone keinen Termin buchen konnte, aber über den Computer. Eine andere Xantenerin erzählte, dass sie zwar telefonisch durchgekommen sei, aber dass schon alle Termine im Kreis Wesel vergeben gewesen seien. Ein Mann berichtete, dass er sich vorab bei der KV registriert und am Samstag um 8.12 Uhr Impftermine für seine Frau und sich vereinbart habe. Am Sonntag hätten sie ihre Impfung bekommen. „Es lief alles reibungslos ab. Danke an die vielen ehrenamtlichen Helfer im Impfzentrum Wesel.“ Eine Frau meinte schließlich: „War wohl wie Lotto.“ Manche hätten Glück gehabt, andere nicht.

Am Osterwochenende waren in NRW kurzfristig Impftermine für Menschen über 60 angeboten worden, nachdem Astrazeneca generell nicht mehr an Frauen und Männer unter 60 geimpft werden soll und somit Impfdosen übrig waren. Aber die Menge war begrenzt: Allein in Nordrhein-Westfalen wurden kurzfristig 450.000 Impfdosen frei. Nach Angaben des Gesundheitsministerium kamen in NRW potenziell rund 3,8 Millionen Menschen zwischen 60 und 79 Jahren infrage, die versuchen können, sich für diese Astrazeneca-Charge anzumelden. Am Montag teilte das Kostenpflichtiger Inhalt NRW-Gesundheitsministerium mit, dass insgesamt 369.658 Termine vergeben worden seien.

(wer)
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