Xanten: Im Weberturm wird bald gelesen

Xanten: Im Weberturm wird bald gelesen

Der Mauerturm am Westwall gehört zum Kurpark und soll öffentlich zugänglich gemacht werden. Dafür muss allerdings ein Wandgemälde weichen.

Nicht neu, aber vielen noch nicht bekannt ist die Tatsache, dass auch der Weberturm Bestandteil der Großbaustelle Kurpark ist. Ursprünglich war einmal geplant, dass der Mauerturm am Westwall die "kleinste Universität der Welt" wird, wie Bürgermeister Thomas Görtz im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur sagte. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, aber immerhin soll dort bald gelesen werden.

"Das Kurparkkonzept sieht nunmehr vor, den Weberturm für die Bürger sowie die Besucher der Stadt zu einem multifunktionell nutzbaren Raum unter anderem für Lesungen umzugestalten", sagt Görtz. Um diese Nutzung zu realisieren, müssen einige bauliche Veränderungen im Inneren des Turms erfolgen.

Zum Hintergrund: Der Weberturm, der sich seit einigen Jahren im Besitz der Stadt befindet, wurde lange Zeit von Gottfried Friedrich angemietet. 1979 malte er im Inneren sogar eine Kohlezeichnung aufs Mauerwerk. Er machte sich zudem sehr für den Erhalt des Turms verdient und wurde dafür auch mit einer Urkunde und einer Denkmalplakette vom Land Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Die Mauer, auf dem sich das Wandgemälde "Dom/Klever Tor" befindet, muss jetzt allerdings weichen. Weil das Bild aber eigentlich erhalten werden sollte, ermittelte die Stadt die Kosten für eine Sicherung des Werkes. Diese betragen 27.000 Euro.

Das ist nicht nur der Verwaltung, sondern auch den Lokalpolitikern zu viel. Pankraz Gasseling (CDU): "Das ist unverhältnismäßig." Richard Lipp von den Linken, der das Gebäude als Architekt kennt, hat sich die Zeichnung noch einmal angeschaut. Aber auch er kommt zu dem Entschluss: "Das steht in keinem Verhältnis." Demnach stimmten die Mitglieder des Ausschusses einstimmig für den Beschlussvorschlag, die Zeichnung vor dem Umbau des Gebäudes zu Dokumentationszwecken professionell zu fotografieren.

(jul)