IHK kritisiert Sonsbeck für Kooperationsstandort-Ablehnung

RVR-Projekt : IHK kritisiert Sonsbeck für Kooperationsstandort-Ablehnung

Zwar ist die Handelskammer enttäuscht, dass sich der Rat nun doch gegen das RVR-Projekt ausgesprochen hat. Dennoch will sie helfen, doch noch zu einer Lösung zu gelangen.

Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich von der Entscheidung des Sonsbecker Gemeinderates, den vom Regionalverband Ruhr geplanten Kooperationsstandort zur Ansiedlung von Industriebetrieben nun doch abzulehnen, enttäuscht gezeigt. „Dieses Areal eignet sich gut, um die Gewerbeflächenknappheit im Kreis Wesel zu reduzieren“, sagte IHK-Geschäftsführer Michael Rüscher in einer Mitteilung. Er forderte zudem, dass alle Spielräume im neuen Jahr genutzt werden müssten, um ansässigen Unternehmen und neuen Betrieben den dringend benötigten Platz am Niederrhein einzuräumen.

Trotz der Enttäuschung über die Entscheidung des Gemeinderates – der hatte sich im Januar 2019 unter bestimmten Voraussetzungen noch für den Kooperationsstandort ausgesprochen, diese Zustimmung inzwischen aber wieder zurückgenommen (wir berichteten) – bietet die IHK der Gemeinde weiterhin ihren Unterstützung an, um zu einer für alle Seiten zufrieden­stellenden Lösung zu gelangen. „Uns ist bekannt, dass die RVR-Pläne bereits für örtliches Gewerbe reservierte Flächen überplant hätten“, sagte Marc Sextro, IHK-Referent für Raumordnung und Stadtplanung, am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Darauf hätte auch die IHK in ihrer Stellungnahme an den RVR hingewiesen. „Grundsätzlich haben aber auch wir keinen mittelbaren Einfluss auf die Pläne des Regionalverbands, vieles ist da derzeit aber auch einfach noch sehr unklar“, so Sextro.

Der Ärger über das Vorgehen der regionalen Planungsbehörde sei in vielen Kommunen, nicht nur in Sonsbeck, groß. „Das ist ein generelles Thema, das wir auch weiter ansprechen werden“, so Sextro. „Wir können aber die Verstimmung der Sonsbecker nachvollziehen und werden die Politik und Verwaltung weiterhin in ihren Anliegen unterstützen. Aber aus unserer Sicht ist es weiterhin möglich, die Pläne des RVR für alle Beteiligten zum Positiven hin zu verändern.“ Daher sehe man in den Kooperationsstandorten die Chance und den Vorteil, den Wirtschaftsstandort Niederrhein weiter zu stärken.

Sextro äußerte zudem die Hoffnung, dass mit der personellen Veränderung beim RVR – Chefplaner Martin Tönnies wurde jüngst von der Regionalversammlung abgewählt – nun auch Verbesserungen in der Zusammenarbeit mit der Regionalbehörde einhergehen. So werde man weiterhin dafür plädieren, von der geplanten Mindestansiedlungsgröße von acht Hektar pro Betrieb abzurücken. „Diese Größe ist nicht zielführend. Wir denken, dass auch Betriebe mit fünf Hektar Größe den Kommunen genügend Spielraum geben, ihren Betrieben vor Ort ausreichende Weiterentwicklungsmöglichkeiten einräumen zu können.“