IG Wegenetz wirft Stadt Xanten Realitätsferne bei Wirtschaftswegen vor

Streit um Zustand von Wirtschaftswegen in Xanten : IG Wegenetz wirft der Stadt Realitätsferne vor

Für den Sprecher der Interessengemeinschaft, Jörg Zigowski, gehen die Vorschläge der Stadt für die Instandsetzung von Wirtschaftswegen an der Realität vorbei. Art und Schwere der Schäden sollten über Maßnahmen entscheiden.

Grob fehlerhaft, ungenau und teilweise nicht das, was der Rat beschlossen hatte: Die Interessengemeinschaft Wirtschaftswege geht mit der Stadtverwaltung und mit deren Vorschlägen für die nächsten Wege-Reparaturen hart ins Gericht. Was Ausschüssen und Rat als Beschlussvorschlag vorgelegt worden sei, „ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar und geht an den wirklichen Instandhaltungen, die aus der Bürgerschaft an uns herangetragen wurde, vorbei“, kritisiert Sprecher Jörg Zigowski im Gespräch mit unserer der Redaktion. „Aus unserer Sicht wäre eine Priorisierung der Instandhaltung nach Art und Schwere der aktuell vorliegenden Schäden und nach objektivem Nutzen für den Bürger sinnvoller“, schreibt die IG in einem Antrag.

Als Anlage hat die IG einige Wegabschnitte dokumentiert, für die ihrer Ansicht nach der dringendste Handlungsbedarf besteht. 150.000 Euro stehen dem Dienstleistungsbetrieb (DBX) allein für die Wirtschaftswege zur Verfügung. Sie sollten für die Reparatur „nach offensichtlicher Dringlichkeit und Schwere der Beschädigungen“ verwendet werden, „um noch tiefer gehende Schäden zu vermeiden und der Verkehrssicherheitspflicht Rechnung zu tragen“.

Starke Beschädigungen hat die Interessengemeinschaft zum Beispiel am Fürstenberg dokumentiert. An der Gabelung zum Hotel müssten zum Beispiel die Straßendecke erneuert und die Bankette „sinnvoll verstärkt werden“. Im weiteren Verlauf in Richtung Veen und Kuppe verengt sich der Weg durch einen angrenzenden Baumbestand. Zigowski und Mitautor Dirk Wonning schreiben: „Die IG lehnt eine Sanierung in diesem Bereich aus ökologischen und ökonomischen Gründen ab. Der Weg wird überhaupt in diesem Abschnitt offensichtlich nur äußerst selten benutzt.“

Auch am Fürstenberg gibt es enorme Schäden, die die IG Wegenetz bemängelt. Foto: Jörg Zigowski

Ein weiteres Beispiel ist in Birten die Kreuzung Heesweg/Zur Maikamer. „Dringenden Handlungsbedarf“ wiese sie auf, schreiben Zigowski und Wonning. Auch hier müssten der Oberflächenbelag erneuert und die Bankette verstärkt werden, um weitere Schäden zu vermeiden.

Auf der Straße Am Maikamer hat sich bereits Sand in den kaputten Wegebereichen gesammelt. Das birgt ein hohes Gefahrenpotential. Foto: Dirk Zigowski

Der Bruchweg, so die IG, sei im mittleren Abschnitt zum Teil stark beschädigt. Eine Erneuerung der Straßendecke würde größere Folgeschäden vermeiden und die Befahrbarkeit für Pkw verbessern.

Der Verwaltungsrat des DBX hatte sich in seiner September-Sitzung mit den Vorschlägen der Verwaltung für die nächsten Instandhaltungen beschäftigt. Doch die seien teilweise falsch oder ungenau gewesen, berichtet Zigowski. So sei zum Beispiel die Zufahrt zum Krankenhaus fälschlicherweise als Wirtschaftsweg bezeichnet worden, der ausgebaut werden solle.

Massive Kritik äußert Zigowski am geplanten Ausbau des Alt-Reeser-Wegs zwischen Lohscher Weg und Gesthuysener Straße. Plötzlich habe die Verwaltung diesen Abschnitt verlängert und auch die Klosterstraße bis zur Brücke mit einbezogen, inklusive Umgestaltung der Kreuzung Lohscher Weg. Wird Beschluss nicht eingehalten, verweist Zigowski auf eine Entscheidung vom 9. April 2019. „Die Maßnahme steht so nicht in dem Konzept. Der Ausbau der Klosterstraße wurde von der Verwaltung nie kommuniziert. Das ist Irreführung der Bürger und der Ratsmitglieder. Bewusst?“ Bei einem solchen Vorgehen der Verwaltung entstehe nur Misstrauen.