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Xanten: Hinterm Haus läuft nichts

Xanten : Hinterm Haus läuft nichts

Der Umzug des Xantener Wochenmarkts zur Straße Karthaus hat unterschiedliches Echo hervorgerufen. Klagen kommen vor allem von den Händlern im Rücken der Stadtbücherei. Dorthin verirren sich nur wenige Kunden.

Blumen, Fisch, Fleisch und mehr: 35 Händler warben gestern auf dem Xantener Wochenmarkt um Kunden. Eitel Sonnenschein herrscht an den Ständen aber keineswegs überall. Der Umbau des Marktplatzes auf der einen Seite und der Weihnachtsmarkt auf der anderen haben sie zum Umzug auf die Straße Karthaus gezwungen. Und für einige Marktbeschicker hat der neue Standort tatsächlich die befürchteten Umsatzeinbußen gebracht. Das gilt vor allem für die Stände, die auf dem Parkplatz hinter der Stadtbücherei untergebracht sind.

Ein heftiger Einbruch

"Eine Katstrophe", urteilt Reiner Schützler. Seit 1969 kommt er mit Fischen aus Rheinhausen zum Markt nach Xanten. "In all den Jahren habe ich noch nie so einen Einbruch erlebt." Gestern, am dritten Markttag auf dem "Schlammgelände", hätten ihn wenigstens ein paar Stammkunden wieder entdeckt. Am Montag, so Schützler, habe er von seinen Matjesbrötchen ein einziges verkaufen können. "Das lohnt sich doch gar nicht."

Hermann Josef Quinders aus Labbeck wird ähnlich deutlich: Bislang habe höchstens die Hälfte der Stammkundschaft den Weg zu seinem Gemüsestand gefunden, klagt er. "Das sind heftige Einbußen." In der Tat scheint "finden" der richtige Ausdruck. Kundinnen wie Edeltraut Wegener und Carla Stenmans hatten den Weg über den Markt schon beenden wollen, bis sie nach ihren Händlern fragten oder von Bekannten den Weg gewiesen bekamen. Carla Stenmas: "Das ist richtig traurig."

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Die Laufkundschaft fehlt

Eigentlich, so geben die "Hinterhäusler" zu, biete ihr neuer Standort ein schönes Bild. Die Platzverhältnisse, so Angelika und Johannes Schattmann, seien aber bei miesem Wetter eine Katastrophe, die die ohnehin am Monatsende immer getrübte Kauflaune noch mehr einschränke. "Uns fehlt die Laufkundschaft". Über Geld reden die Händler nicht. Hinter vorgehaltener Hand ist aber auf diesem Platz von einer Halbierung des Umsatzes nach dem Umzug zu hören.

Schon ein paar Schritte weiter, direkt auf der Straße, sieht das Bild anders aus. Boris Hünting aus Bocholt will an seinem Textilienstand ebenso wenig klagen wie Gemüse- und Obstbauer Theo Clece aus Geldern: "Das habe ich mir wesentlich schlimmer vorgestellt." Und Blumenhändler Hans Krante kann sich gar mit dem Platz in Rathausnähe richtig anfreunden: "Die Leute laufen, vergleichen: eine gute Alternative." Bei der Platzierung habe sich jemand gute Gedanken gemacht.

Über das Lob freut sich Ludger van Bebber besonders. "Wir haben jede mögliche Ecke ausgenutzt", sagt der Marktmeister. Aber auf der einen Seite können wir die Gasse wegen des Kindergartens und der Baustelle in der Polizeiwache nicht verlängern, und auf den Rand des Kleinen Marktes kommen wir auch nicht." Aus Sicherheitsgründen, da im Notfall von dort die Rettungskräfte auf den Weihnachtsmarkt fahren müssen.

Um die Nöte der Parkplatz-Märktler weiß auch er. Van Bebber versucht, dem dortigen Leerlauf mit Hinweisschildern entgegen zu wirken.

(RP)