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Hilfe für Hochwasser-Opfer: Viktoria Birten bringt Spenden nach Swisttal

Viktoria Birten bringt Spenden ins Hochwasser-Gebiet : „Die Menschen sind dankbar, dass wir kommen“

Der SV Viktoria Birten bringt gespendete Kleidung und Lebensmittel ins Hochwassergebiet, um den Flutopfern zu helfen. Initiator Rudolf Just erklärt, wohin der Transport geht und wie die Organisation läuft.

Ein Hilfstransport aus dem Kreis Wesel macht sich am Samstag auf den Weg ins Hochwassergebiet, um den Menschen Sachen zu bringen, unter anderem Kleidung, Hygieneartikel und Lebensmittel. Die Spenden sind von Ehrenamtlichen des Sportvereins Viktoria Birten am vergangenen Sonntag gesammelt worden. Wir sprachen mit dem Initiator Rudolf Just darüber.

Herr Just, Viktoria Birten hat für die Flutopfer unheimlich viele Sachen gesammelt, unter anderem Kleidung, Hygieneartikel, Spielzeug. Wohin bringen Sie diese Spenden?

 Rudolf Just hat die Spendensammlung des SV Viktoria Birten initiiert. 
  RP-Foto: arfi
Rudolf Just hat die Spendensammlung des SV Viktoria Birten initiiert. RP-Foto: arfi Foto: Armin Fischer (arfi)

Rudi Just Wir bringen sie am Samstag nach Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis, das ist mit dem dortigen Krisenmanagement und Katastrophenschutz der Kommune vereinbart. Geplant ist, dass wir die Sachen zu einer Mehrfachturnhalle bringen. Aber wahrscheinlich haben wir mehr gesammelt, als wir in der Turnhalle lagern können, sodass wir wahrscheinlich noch zu einer weiteren Abladestation weitergeleitet werden.

Wie werden die gesammelten Sachen denn dann sortiert und verteilt?

Just Wir planen einen kompletten Tag für Hin- und Rückfahrt und das Ausladen ein. Wir haben um die 20 Ehrenamtlichen, die mitfahren. Vor Ort werden wir die Sachen nach Themenbereichen so weit sortieren, dass die Menschen vor Ort damit nicht viel zu tun haben. Das Verteilen übernehmen dann Ehrenamtliche vor Ort. Wir fahren dann wieder zurück. Wenn es möglich ist, wollen wir in einem Container Sperrmüll mitnehmen, um die Menschen auch dadurch zu entlasten. Aber das dürfen wir nur, wenn der Unrat nicht kontaminiert ist, also zum Beispiel nicht mit Heizöl oder Fäkalien verdreckt ist. Damit wir keine Krankheiten mitnehmen, falls im Sperrmüll Keime sind.

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Warum fahren Sie gerade nach Swisttal?

Just Unser Plan war gewesen, nach Ahrweiler zu fahren, weil meine Nachbarin von dort kommt und mir berichtet hat, wie schwer die Kommune vom Hochwasser getroffen wurde. Aber die Sammelstellen für Ahrweiler und auch am Nürburgring sind voll. Swisttal hat dagegen noch keine oder wenig Hilfe erfahren. Die Menschen sind dankbar, dass wir kommen.

Wie sind Sie auf Swisttal gekommen?

Just Ich habe mit der Stabsleitstelle der Bundeswehr telefoniert, und die konnte mir sagen, wo etwas benötigt wird.

Es gab Meldungen, dass Sachspenden nicht mehr gebracht werden.

Just Es stimmt, es gibt Sammellager, die voll sind. Aber soweit ich weiß, gibt es noch mehrere Gemeinden, nicht nur Swisttal, die noch keine oder erst wenig Hilfe bekommen haben. Der Katastrophenschutz arbeitet mit Hochdruck daran, dass alle Bedürftigen versorgt werden.

Sie haben unheimlich viele Sachspenden bekommen. Haben Sie mit dieser Hilfsbereitschaft gerechnet?

Just Nein. Wir hatten damit gerechnet, dass wir so viel zusammenbekommen, um drei Pferdehänger zu füllen. Es sind ein 40-Tonner, ein 12-Tonner, zwei Groß-Container und ein Pferdeanhänger geworden. Die Menschen kamen am Sonntag aus dem gesamten Kreis Wesel, teilweise aus Recklinghausen und Bocholt, um uns Sachen zu bringen. Ich bin so dankbar dafür, dass wir so sehr unterstützt werden, auch von Unternehmen, zum Beispiel von Schweers, die uns die zwei Container hingestellt haben. Gerade fahre ich nach Mehrhoog. Wir bekommen von Edeka in Wesel eine Lebensmittelspende.

Sie selbst investieren seit einer Woche viel Kraft und Zeit in die Hilfe für die Flutopfer. Was treibt Sie an?

Just Ich hatte eine schwierige Kindheit, habe aber selbst viel Hilfe erfahren und bin von lieben Menschen aufgefangen worden, in der Familie, im Verein, bei den Pfadfindern. Ich möchte etwas zurückgeben und anderen helfen. Das ist meine Lebensprämisse. Ich habe deshalb Erzieher gelernt und bin später Sozialmanager geworden, habe also immer in helfenden Berufen gearbeitet. Gehe mit anderen so um, wie mit dir umgegangen werden soll. Danach lebe ich.

(wer)