Unsere Woche: Heimat darf nicht unterschätzt werden

Unsere Woche: Heimat darf nicht unterschätzt werden

Für die einen ist es nur ein Haus, für den Rheinberger Mike Stefanidis ist es ein Traum. Der Altbau am Kirchplatz, den er seit drei Jahren mit viel Liebe zum Detail und in mühevoller Kleinarbeit restauriert, modernisiert und saniert.

Bei Schützenfesten ist es ähnlich. Für die einen handelt es sich dabei um ein mehrtägiges Saufgelage, für die Birgitten-Bruderschaft in Marienbaum ist es Brauchtum, das viel mit Kirche, mit Glauben und Nächstenliebe zu tun hat. Und das schon seit 225 Jahren. Die Victor-Bruderschaft in Xanten feiert in diesem Jahr sogar ihr 625-jähriges Bestehen mit dem Bundesfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Bis zu 15.000 Schützen werden am dritten Septemberwochenende in der Römer-, Dom- und Siegfriedstadt erwartet. Sie alle marschieren hier für Glaube, Sitte und Heimat ein.

Letztgenanntes Hauptwort ist auch das Bindeglied der beiden Beispiele. Denn in dieser Woche ging es viel um Heimat. Ums Gefühl, irgendwo verankert zu sein, sich wohl, sich zu Hause zu fühlen. Ein nicht zu unterschätzender Zustand - vor allem, wenn er so schmerzlich vermisst wird.

Beispiel Kurpark: Auch ein Jahr nach den massiven Baumfällungen in den Wallanlagen hält die Kritik an Xantens Millionenprojekt weiter an. Und zwar so sehr, dass Grüne und Linke am Dienstagabend sogar den Haushalt der Stadt ablehnten. Sie sehen nicht so sehr, was kommt. Sie sehen vielmehr, was sie verloren haben. Ein Stück Natur. Ein Teil ihrer Heimat.

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Das werden die Ossenberger, Menzelener oder Vynener auch bald sagen. Denn mit dem Rückzug der Sparkasse am Niederrhein geht auch dort ein Stück Heimat verloren. Gerade für Ältere ist es schwer zu verstehen, dass das Kreditinstitut seinen öffentlichen Auftrag vor Ort nicht mehr so stark wahrnimmt wie bisher. Für sie ist eine Bank im Dorf mehr als eine Filiale von vielen. Sie ist Geldquelle, Treffpunkt und Landmarke zugleich.

In diesem Sinne: Lasst uns sorgsam mit unserer Heimat umgehen.

Ihre Meinung zum Thema? Schreiben Sie uns! julia.loercks@rheinische-post.de

(RP)
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