Hausboot in Xanten: FZX schlägt sieben weitere Hausboote vor

Xantener Nordsee : Zweiter Anlauf für weitere Hausboote

Das Freizeitzentrum möchte sieben Hausboote mehr auf der Xantener Nordsee in Vynen. Der Stadtrat hat das allerdings schon einmal abgelehnt.

Der zweite Anlauf soll´s richten und doch noch zusätzliche Hausboote auf der Nordsee erlauben. Im Herbst 2018 hatte es der Rat – für viele überraschend – abgelehnt, die Flotte in Vynen von zehn auf 17 zu erweitern. Nun hat das Freizeitzentrum Xanten (FZX) erneut einen gleich lautenden Antrag gestellt. Der ins Auge gefasste Standort südlich vom Hafen in Richtung Wardt ist geblieben.

Auf der vergangenen Boot-Messe in Düsseldorf warb das FZX für die Segelschule und die Liegeplätze auf Nord- und Südsee. „Hausboote sind sehr im Trend. Das war an unserem Stand auch ein Thema“, sagt Geschäftsführer Wilfried Meyer. „Das zeigt, dass wir mit dem Angebot richtig liegen.“ Xanten sei bei Touristen sehr beliebt, nur handle es sich zumeist um Tagesbesuche, argumentiert der FZX-Chef. „Wir brauchen auch längere Aufenthalte.“ Die beantragten Boote wären nach seinen Worten auch das Ende der Fahnenstange. „Mehr würde gar nicht gehen. Das würden wir von der Landesplanung nicht genehmigt bekommen.“

Im Herbst hatte die Lokalpolitik in den Bezirksausschüssen Vynen und Wardt zuerst einer Erweiterung zugestimmt. Der Rat als entscheidendes Beschlussgremium allerdings kassierte diese Empfehlungen und sprach sich dagegen aus. Die CDU sah sich einer geschlossenen Oppositionsmehrheit gegenüber. Olaf Finke (SPD) zum Beispiel sagte damals: „Mit der ersten Charge an Hausbooten haben wir keine Probleme. Das heißt aber nicht, dass das System endlos weitergeht.“ Irritationen hatten unter anderem Farbmarkierungen an Bäumen zwischen dem Parkplatz am Hafen und der ins Auge gefassten Anlegestelle gegeben. Sollen diese Bäume gefällt werden? „Ein Missverständnis“, klärt nun Bürgermeister Thomas Görtz auf. Es handele sich nur um Markierungen für eine Katastererfassung.

Die Vorbehalte in Teilen der Politik sind aber nach wie vor groß. Peter Hilbig (FBI) sieht kaum Neues in einem solchen Antrag und ist skeptisch. „Ich kann keinen Nutzen für die Stadt erkennen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende auf Anfrage. „FZX und Investor schöpfen ab.“ Die Stadt und auch die Nachbarschaft hätten kaum Vorteile, „aber die Parkplätze würden noch voller.“ Der geplante Standort sei schon im Zuge der Diskussion um die jetzigen zehn Hausboote diskutiert worden. „Damals hieß es, er sei nicht machbar.“

Ablehnung auch bei der BBX: Die jetzige Flotte sollte eine einmalige Sache sein, denkt Werner Paessens zurück. „Was gelten sonst die Versprechen von damals? Wir sollten es dabei belassen und nicht noch mehr zupflastern. Es kann auch des Guten zu viel werden.“ Schon jetzt würden die Ortschaften im Verkehr ersticken. Außerdem seien die schwimmenden Ferienwohnungen nur etwas für Betuchte. Der kleine Bürger habe nichts davon.

Die SPD wird sich auf ihrer Klausurtagung Ende nächster Woche auch mit dem FZX-Antrag beschäftigen. Man werde schauen, ob es Informationen gebe, um das Thema neu zu beleuchten, meint Olaf Finke. „Wir haben keinen Handlungsdruck. Die Frage ist, was die Stadt davon hat. Welche Vorteile ergeben sich für sie?“

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