Haus Schöneck Labbeck und Haus Sebastian Veen

Labbeck/Veen: Haus Schöneck für die Zukunft gerüstet

Fast zwei Jahre nach dem Brand: Der Neubau ist im Frühjahr bezugsfertig. Quote an Einzelzimmern wird erfüllt.

Es geht familiär zu im Haus Schöneck. Die Menschen, die hier leben, gehen freundlich miteinander um, scheinen sich sehr wohl zu fühlen im Haus an der Marienbaumer Straße. Anfang 2017 hat ein Feuer den Altbau unbewohnbar gemacht. Fahrlässige Brandstiftung war Ursache des Feuers in der Geronto-Psychiatrischen Pflege- und Betreuungseinrichtung. Das hat die Untersuchung durch Experten der Kriminalpolizei ergeben. Das Feuer war nach Polizeiangaben am 4. Januar vermutlich durch eine brennende Zigarette oder einen technischen Defekt ausgelöst worden. Auf rund 1,8 Millionen Euro beziffert Hans-Jürgen Brunngraber den Brandschaden.

Lange haben er und Rosemarie Brunngraber als Betreiber des Hauses auf die Genehmigung gewartet, den zerstörten Altbau abreißen zu dürfen, um ihn durch einen Neubau zu ersetzen. Jetzt, knapp zwei Jahre später, können sie Vollzug melden: Der Ersatzbau, den Architekt Lars Windheim geplant hat, steht – dank zuverlässiger Handwerker aller Gewerke, mit denen man zusammengearbeitet hat. Zwei der drei Etagen sind in zwei Monaten eingerichtet und Mitte Februar bezugsfertig. Die Zimmer in der obersten Etage, so schätzt Bauleiter Heinrich Harder aus Minden, sind Ende März, Anfang April fertig.

Die Quote, die Gesundheitsminister Laumann in seinem Wohn- und Teilhabegesetz zum 1. August für Senioreneinrichtungen verpflichtend festgelegt hat, wird erfüllt: 80 Prozent Einzelzimmer, 17 Quadratmeter groß, jedes mit eigenem Bad. Die Doppelzimmer sind 27 Quadratmeter groß. Die Kapazität im neuen Anbau liegt bei 32 Betten. Auch der Teil von Haus Schöneck, der vom Brand verschont geblieben war, wird zurzeit umgebaut, modernisiert. Aus Doppel- werden zum großen Teil Einzelzimmer gemacht, von 124 Betten reduziert das Ehepaar Brunngraber auf 76, Tages- und Kurzzeitpflege inklusive. Auch hier wird die gesetzliche Vorgabe erfüllt.

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Auch eine komplett neue Küche entsteht zurzeit im Erdgeschoss im Altbau. Sie wird, so Hans-Jürgen Brunngraber, in zwei Monaten fertig sein. Hier kann auch gekocht werden. Das Essen wird aber nach wie vor aus der Zentralküche im Haus Sebastian in Veen angeliefert. 3,2 Millionen Euro stecken die Betreiber in den Neubau und die Modernisierung des Altbaus, die Mitte 2020 abgeschlossen sein wird.

1973 haben Hans-Jürgen und Rosemarie Brunngraber sich entschlossen, Haus Schöneck zu kaufen und aus der ehemaligen Kneipe ein Heim für Frauen und Männer zu machen, die an Morbus Alzheimer, Demenz oder Parkinson leiden, für jüngere Menschen, die wegen Krankheiten wie Chorea Huntington, Depressionen oder Psychosen eine umfassende Versorgung benötigen. Der jüngste Bewohner ist 50 Jahre alt.

Enkel Mark Brunngraber (25) will mit seiner Schwester Larissa (26) einmal fortsetzen, „was Oma und Opa aufgebaut haben“. Mark Brunngraber hat eine Ausbildung zum Krankenpfleger in Düsseldorf gemacht, studiert jetzt in Wesel und Moers Gesundheits- und Sozialwesen und macht am 15. Januar seinen Fachwirt. Seine Schwester Larissa hat ihren Bachelor of Arts im Pflegemanagement gemacht.