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Hauptportal des Xantener Doms wird saniert - aber nicht barrierefrei

Xantener Dom : Entscheidung gegen Rampe bleibt

Der Haupteingang des Xantener Doms wird saniert. Barrierefrei wird er aber nicht. Die Initiative „All Inclusive“ kritisiert das und verweist auf Vorschläge des Bistums zur Barrierefreiheit in Pfarrfgemeinden.

Seit Anfang der Woche ist das Südportal des Xantener Doms gesperrt. Die angekündigten Sanierungsarbeiten haben mit Verspätung begonnen. Bodenplatten müssen ausgetauscht werden. Eindringende Feuchtigkeit hat zu Rissen geführt, zudem sind Stolperfallen entstanden. Angela Weniger von der Initiative „All Inclusive“ warf die Frage auf, ob die St.-Viktor-Gemeinde den Haupteingangsbereich bei der Gelegenheit barrierefrei gestalten könnte. Die Redaktion fragte nach – beim Leiter der Dombauhütte Johannes Schubert.

Angela Weniger bemerkt, dass der vorgesehene Weg für Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer auf der Rückseite über den Kreuzgang „nach wie vor nur ein Behelf“ sei und viel Kampfgeist wie Zeit erfordere, um selbstständig in den Dom zu gelangen. Sie ist Sprecherin der Interessenvertretung, die sich für Menschen mit Handicap einsetzt.

Schubert sagt, dass sich die Dombaukommission vor rund zwei Jahren gegen eine fest installierte Rampe entschieden habe. Mit Verweis auf den Denkmalschutz und die Optik. Schubert spricht von einer Verzerrung des Eingangsbereichs. Er verweist zudem auf den barrierefreien Gehstreifen, der 2018 zum hinteren Eingang angelegt worden sei.

Angela Weniger gibt sich mit der Aussage nicht zufrieden. Sie meint, dass die Diözese Münster auf ihrer Internetseite „Barrierefreiheit in Pfarreien“ hilfreiche Vorschläge zur sinnvollen Umgestaltung von Gemeindehäusern, Pfarrbüros und eben auch Kirchenzuwegungen aufführe. „In der Gemeinde St. Nikolaus in Wesel wurden die Anregungen des Diözesanreferates schon erfolgreich umgesetzt.“ Am Haupteingang des Xantener Doms gehen derweil die Arbeiten weiter. Etwa 50 Kubikmeter Bettungsmaterial und mehr als 200 Quadratmeter Blausteine werden ausgetauscht.

Auch die drei flachen Stufen zum spätgotischen Südportal sind betroffen. Es wird ein kapillarbrechender Unterbau für die neuen Steinplatten geschaffen. Betreten werden kann das Xantener Wahrzeichen über das Kreuzgang-Tor. Zu Gottesdiensten ist ebenfalls die Märtyrer-Pforte auf der Südseite geöffnet. Schubert geht davon aus, dass die Sperrung Anfang August aufgehoben werden kann.