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Hauptausschuss Sonsbeck stimmt Förderrichtlinie für Ärzte-Zuschüsse zu

Hauptausschuss Sonsbeck stimmt Förderrichtlinie zu : Etappenziel für Ärzte-Zuschüsse

Der Sonsbecker Hauptausschuss stimmte einer Förderrichtlinie zu, wonach Medizinern bis zu 30.000 Euro gewährt werden sollen. Mit dem Geld will die Gemeinde neue Hausärzte anlocken.

Die Gemeinde Sonsbeck hat den nächsten Schritt auf ihrem Weg getan, mit Zuschüssen die Kostenpflichtiger Inhalt hausärztliche Versorgung vor Ort zu sichern. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte einer von der Verwaltung erarbeiteten Förderrichtlinie zu, die die Rahmenbedingungen für die Subventionen aus der Gemeindekasse festsetzt. Die SPD schätzte die Fördersummen für die Mediziner als zu gering ein. Nach einer kurzen Debatte ging die Förderrichtlinie jedoch bei vier Enthaltungen unverändert durch. Das letzte Wort hat nun der Rat, der am Donnerstag, 6. Mai, zusammenkommt.

Wie berichtet, will die Gemeinde Sonsbeck ein Kostenpflichtiger Inhalt Budget von insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung stellen, um damit neue Hausärzte anzulocken sowie vorhandene Mediziner finanziell zu unterstützen. Dafür hat die Verwaltung eine Förderrichtlinie erarbeitet, die die Voraussetzungen, Bedingungen und die Höhe der Zuschüsse regelt. „Wir arbeiten dabei mit zwei Werteinheiten“, erklärte Kämmerer Willi Tenhagen: Demnach können Ärzte, die sich in Sonsbeck niederlassen oder eine bestehende Arztpraxis inklusive des kassenärztlichen Sitzes von einem ausgeschiedenen Kollegen übernehmen wollen, eine einmalige finanzielle Förderung in Höhe von bis zu 30.000 Euro beantragen. Das Gleiche gilt für Mediziner, die eine Zweigpraxis einrichten oder einen Arzt einstellen möchten. Bis zu 10.000 Euro können bereits angesiedelte Ärzte erhalten, wenn sie ihre bestehende Praxis modernisieren wollen. „Die Bewilligung ist an die Verpflichtung geknüpft, dass die Ärzte dann auch für mindestens fünf Jahre in Sonsbeck bleiben“, verdeutlichte der Kämmerer. Werde die Bedingung nicht erfüllt, greife eine Rückzahlungsforderung.

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Robert Peters von der SPD erachtete die geplanten Fördersummen als zu gering. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende schlug als Anreiz für neue Ärzte Zuschüsse in Höhe von mindestens 70.000 Euro vor. Er orientierte sich bei dem Betrag an einer Fördermaßnahme der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), die in Sonsbeck aufgrund der stabilen Versorgungsquote jedoch nicht greift.

Bürgermeister Heiko Schmidt entgegnete, dass man bewusst unter der KVNO-Förderung bleiben wolle, um die Vereinigung nicht aus ihrer Verantwortung zu nehmen. Man habe sich bei den Beträgen an anderen Kommunen orientiert. „Wir wollen ja auch nicht irgendwann in einen Bieterwettkampf kommen“, so Schmidt.

(beaw)