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Halt Pölje 2020 in Xanten: Seine Emminenz kann‘s nicht lassen

Halt Pölje in Xanten : Seine Emminenz kann’s nicht lassen

Auf dem Fürstenberg steigt wieder Halt Pölje, die Sitzung der Xantener Katholischen Frauengemeinschaft und der Kolpingfamilie mit jeder Menge Lokalkolorit und -prominenz.

270 Narren passen ins Schützenhaus. Mehr geht nicht an die Schunkeltische, auch wenn die Nachfrage für die Gemeinschaftssitzung der Xantener Kopingfamilie und der Katholischen Frauengemeinschaft immer um einiges größer ist. Halt Pölje, eine Sitzung mit ganz viel Lokalkolorit, „zieht“. Deshalb werden sie am Freitagabend, 14. Februar, auch alle wieder auf dem Fürstenberg zusammenkommen – normale Jecken, Ratsmitglieder, Bürgermeister. Auch Niederrhein-Weihbischof Rolf Lohmann hat sein Erscheinen zugesagt.

Seine Emminenz kann’s nicht lassen: In einer Kiste sammelt Heinz Roters in Obermörmter ein ganzes Jahr lang Zeitungsartikel übers Zeitgeschehen in Xanten – das politische vor allem. Und noch unterm Christbaum geht’s los. Da wird die Ideenbox durchforstet. Übrig bleibt letztlich ein eher kleiner Stapel Papier. Die Essenz der Artikel bringt der ehemalige Rektor der Viktor-Grundschule in Reimform auf den Punkt und sorgt als geistlicher Herr in Sutane mit Birett auf dem Haupt und bischofsfarbener Schärpe um die Hüfte zum Schluss der Sitzung für Beifallsstürme. Neben Roters, der seit 2006 die Sitzungen als Präsident leitet, kümmert sich zum Beispiel auch Stiftsgymnasial-Lehrer Tobias Schrörs als Nachtwächter „liebevoll“ ums Rathaus-Treiben. Die heimischen Politiker müssen sich bei Halt Pölje halt immer warm anziehen.

Roters Rede, so viel sei schon einmal verraten, wird diesmal mit die bissigste, die er in den vergangenen Jahren gehalten hat. Kein Wunder: Die Selbstzerfleischung der Xantener CDU gehört sicherlich dazu – allerdings musste die Urfassung der Rede je nach Austrittsgeschwindigkeit der Xantener Christdemokraten in den vergangenen Tagen hier und da immer mal wieder umgestrickt werden. Aber auch die anderen Ratsfraktionen kommen nicht ungeschoren davon, und kirchliche Themen, so Roters, böten sich ja auch von selbst an. Natürlich kriegt auch Umwelt-Greta ihr (kirchenmusikalisch geprägtes) Fett weg, zumal das Motto in diesem Jahr auf sie zugeschnitten ist: „Bei Halt Pölje zweifelsfrei ein Feuerwerk der Narretei.“ Ein bisschen erklärungsbedürftig ist das schon: „Unser Feuerwerk ist klimafreundlich“, sagt Roters, das sehe man schon an den Raketen während der Sitzung.

Auf närrische Raketen dürfen auch die anderen Redner bauen: Franz Steeger, Michael Lammers und der kirchliche Verwaltungsreferent Georg Werner. Die Darbietungen der Frauengemeinschaft sind, wie am vergangenen Wochenende wieder offenbar wurde, Jahr für Jahr besonders ausgefeilt. Die drei Tanzgarde-Gruppen des Xantener Carnevals-Vereins (XCV) sind ebenso wieder zu Gast wie das Männerballett des Blutwurstkomitees. Und die Spielfreunde 09 sorgen mit karnevalistischen Hits für Bewegung im Saal. Ein ganzheitlicher Ansatz: Lachen tut gut, Flüssigkeitszufuhr meist auch, aber vier bis viereinhalb Stunden nur rumsitzen sei nicht gut, heißt es aus den Reihen des überschaubar kleinen Vorbereitungsteams. Ulla Derksen und Claudia Schibilla sind von der kfd dabei, Franz Steeger und Heinz Roters von der Kolpingfamilie. Zudem hält Maxi Decker von Jungkolping die 88 Jahre währende Pfahl-Tradition im Xantener Karneval aufrecht.