Nach Verkehrschaos vor Grundschule in Lüttingen Schulleiterin stellt sich Elterntaxis in den Weg

Lüttingen · In Xantens Ortsteil Lüttingen herrscht morgens ein Verkehrschaos vor der Hagelkreuzschule. Nachdem nichts anderes dagegen geholfen hat, stellt sich Schulleiterin Daniela Hommen den Elterntaxis in den Weg und hindert sie daran, bis vor die Grundschule zu fahren.

 Mit diesem Schild stellt sich Schulleiterin Daniela Hommen morgens auf die Pantaleonstraße. Ihr Einsatz zeigt Wirkung.

Mit diesem Schild stellt sich Schulleiterin Daniela Hommen morgens auf die Pantaleonstraße. Ihr Einsatz zeigt Wirkung.

Foto: RP/Markus Werning

Es ist kurz vor halb acht Uhr am Mittwochmorgen. Daniela Hommen steht mit einem Schild auf der Kreuzung von Salmstraße und Pantaleonstraße in Xantens Ortsteil Lüttingen. „Elterntaxis Stopp!“, steht darauf. „Bitte fahren Sie nicht mehr in diese Straße, um Ihr Kind zu bringen oder abzuholen! Nutzen Sie die umliegenden Straßen!“ Damit versperrt die Leiterin der Hagelkreuzschule seit dieser Woche morgens die Zufahrt zur Pantaleonstraße. Weil sie Angst um die Kinder hat und weil sie sich anders nicht mehr zu helfen weiß.

Diese Stück der Pantaleonstraße ist eine rund 200 Meter lange Sackgasse – wer hineinfährt, muss am Ende in einem Kreisverkehr drehen und auf demselben Weg wieder herausfahren. Eigentlich würden also nur wenige Autofahrer diese Straße benutzen. Aber am Ende liegt die Hagelkreuzschule, und viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto dorthin. Mehr als 100 der rund 300 Kinder sind es, wie die Schule gezählt hat. Morgens herrscht deshalb Chaos im Kreisel. Und dazwischen versuchen Kinder, unbeschadet zum Unterricht zu kommen.

Die Hagelkreuzschule beteiligte sich deshalb am autofreien Schultag in Xanten. Am vergangenen Freitag war dieses Stück der Pantaleonstraße deshalb gesperrt. Die Schule erklärte den Eltern den Grund und zeigte ihnen, wo sie ihre Kinder herauslassen können, damit sie das letzte Stück sicher zu Fuß gehen können. Das klappte auch. Hommen hoffte, dass der Tag ein Denkanstoß sei. Aber dann kam Montag: Es seien sogar noch mehr Eltern als vorher gewesen, die ihr Kind mit dem Auto gebracht hätten, berichtet sie. „Es waren locker 150 Autos.“ Ein Schulbus habe weder vor- noch zurückfahren können, weil er zwischen den Elterntaxis eingeklemmt gewesen sei.

Deshalb stellte sich Daniela Hommen am Dienstag mit dem Schild an die Kreuzung und forderte die Eltern auf, ihre Tochter oder ihren Sohn dort herauszulassen. „Ihr Kind kann gefahrlos über den Bürgersteig der Pantaleonstraße bis zur Schule laufen“, erklärte Hommen den Eltern. Mit einigen habe sie diskutieren müssen, auch etwas ernster. Aber offenbar hat sie Erfolg: Am Mittwochmorgen versuchen zwar wieder einige Elterntaxis, in die Pantaleonstraße abzubiegen. Aber Hommen steht im Weg. Einige Autos halten deshalb direkt an der Salmstraße und lassen dort die Kinder heraus. Eine Frau blinkt zunächst, aber überlegt es sich anders, als sie Daniela Hommen sieht. Sie hält, das Kind steigt aus, die Schulleiterin hilft ihm über die Straße, und dann geht es auf dem Bürgersteig zu Fuß zur Grundschule.