1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Sonsbeck: Grundschüler lernen "historische" Alltagsgegenstände kennen

Sonsbeck : Grundschüler lernen "historische" Alltagsgegenstände kennen

Beim "Hot-oder-Schrott"-Tag an der Wichern-Schule erforschten Kinder die Technik von gestern - und standen vor einigen Rätseln.

"Was ist denn das für ein komisches Ding?" Neugierig blicken Lina und Paula auf das ihnen unbekannte Spielgerät, einen Brummkreisel. In der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) der Johann-Hinrich-Wichern-Grundschule ist heute "Hot-oder-Schrott?"-Tag. Und die Kinder kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Die Idee zu dem Aktionstag, der neugierig auf unbekannte Dinge aus früheren Zeiten machen, zum Ausprobieren anregen, aber vor allen Dingen viel Spaß machen soll, kam OGS-Leiterin Gabriela Peters durch die gleichnamige TV-Show. "Ich fand es faszinierend, welche Einfälle den Kindern kamen, wofür die unbekannten Sachen gut sein könnten", berichtet sie.

Auch bei den Betreuungskindern ist zu sehen, dass sie nie zuvor gesehene Messerbänkchen und Backgerätschaften kurzerhand zu Massagegeräten werden lassen, von einem Reisewecker ebenso begeistert sind wie von der alten Kaffeemühle. In vier Kategorien sind die Sachen früherer Generationen eingeteilt: Spielsachen für drinnen, Alltagsgegenstände, Spielutensilien für draußen und Lebensmittel.

Schnell zeigt sich, dass die Reaktionen ganz unterschiedlich ausfallen, was teils auch altersbedingt ist. Ein Nintendo Gameboy der ersten Generation erhält bei den jüngeren Kindern wie Leo ein absolutes "Hot", die Älteren finden ihn "Schrott". Ranja begeistert das Daumenkino von Rotkäppchen - und das Hörertelefon mit Wählscheibe und Telefonkartei ist neben der Contessa-Schreibmaschine der absolute Renner. Eileen und Natalia merken jedoch rasch, dass für den Anschlag an der Schreibmaschine deutlich mehr Krafteinsatz erforderlich ist als bei einer PC-Tastatur.

"Was tut man denn hiermit?" Großes Rätselraten geben Dinge wie Stopfpilz, Spielpropeller oder auch ein Kassettenrekorder auf. Aber nicht nur die Kinder lernen viel Neues. Auch die jüngeren Betreuer staunen teils nicht schlecht - und entdecken manche längst in Vergessenheit geratene Kindheitserinnerung wieder. "Heute ist vieles, womit die Kinder spielen, digitalisierter als es bei uns war", stellt Betreuer Paddy fest.

In der Küche gilt es, "Gestriges" mit "Heutigem" zu vergleichen. Rote-Beete-Chips sind nicht jedermanns Sache, Brotchips deutlich beliebter. Und gegen Zuckerperlenketten und Schleckmuscheln kommen vegane Süßigkeiten nicht an. Danach steht der Nachmittag ganz im Zeichen alter Gesellschaftsspiele. Die Top-Favoriten werden in den Gruppen verbleiben und weiterhin zum Einsatz kommen.

(rih)