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Grüne listen Direktvertriebe auf: Sonsbecks Bauernläden auf einen Blick

Grüne listen Direktvertriebe auf : Sonsbecks Bauernläden auf einen Blick

Der Sonsbecker Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat einen Flyer herausgebracht, auf dem alle Höfe mit Direktvertrieb im Bereich der kleinsten Gemeinde des Kreises Wesel aufgelistet sind.

Die Bündnis-Grünen der kleinsten Gemeinde im Kreis Wesel bringen es in ihrem Flyer auf den Punkt: „Wir haben das Glück, in einer Region zu leben, in der Landwirte Lebensmittel herstellen, verarbeiten und verkaufen.“ Sie werben dafür, regional in und um Sonsbeck einzukaufen, und haben als Hilfestellung für Verbraucher die Höfe ringsum aufgelistet, wo es kleine Bauernläden oder Milchtankstellen gibt.

In einer Auflage von 500 Stück haben sie den Überblick über die Direktvermarkter drucken lassen, die alle im Umkreis von acht Kilometern um die „grüne Perle“ herum liegen und „sogar klimafreundlich mit dem Fahrrad zu erreichen sind“. Die Flyer liegen bei den sieben Landwirten (siehe Infokasten), im Foyer des Rathauses, in der Poststelle bei Pumuckel an der Wallstraße und beim „Fahrradmichel“ an der Hochstraße 83 aus. Sie können aber auch auf der Homepage der Sonsbecker Grünen heruntergeladen werden.

„Bisher arbeiten alle Hofläden für sich als Solisten. Das komplette Angebot auf ein Blatt Papier zu bringen, war Ziel unserer Aktion“, begründet Stefanie Michaelis den Service. Die Sprecherin, die mit Werner Kalter die Doppelspitze des Grünen-Ortsverbandes bildet und mit Frank Klier, (Kassierer), Christoph Fromont (Schriftführer), Lukas Aster, Walter Malzkorn im Vorstand sitzt, betont, dass man keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. „Wenn jemand vergessen wurde, war das keine böse Absicht.“ Wessen Hofladen bei der Auflistung fehlt, der kann per E-Mail an verband@gruene-sonsbeck.de melden.

Die ersten Rückmeldungen auf den Flyer, auf dem die Direktvermarkter mit Adressen und Angebot in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet sind, seien sehr positiv gewesen, sagt Michaelis. Zustimmendes Nicken bei Landwirtin Barbara Brammen. 70 Milchkühe stehen im Stall auf ihrem Hof am Grenzdyck 4. Seit sechs Jahren gibt es hier eine Milchtankstelle, in der es neben Milch auch Eier, Kartoffeln und Äpfel zu haben gibt. „Die Menschen sind eigentlich alle ehrlich und zahlen für das, was sie aus dem Kühlschrank mitnehmen“, sagt sie.

Es habe sich einiges verändert in der Landwirtschaft. Auch die Hilfsbereitschaft unter den Landwirten sei größer geworden. Längst werde nicht mehr mit Argusaugen beobachtet, was der Bauer auf dem Nachbarhof anbaut: Man helfe sich, leihe untereinander landwirtschaftliche Maschinen aus.

Die Hofläden zu bündeln und auf dem Flyer aufzulisten sei eine gute Aktion, findet auch Jürgen Bruckwilder, der in der dritten Generation auf dem Dassendaler Weg 52 den Eltern bei der Schweinehaltung hilft und zusammen mit seinem Bruder Stefan dort ein Hühnermobil aufgebaut hat. Seit 2017 kann man bei Bruckwilders Honig, Suppenhühner und Eier in einem Automaten kaufen.

Dass ihr Flyer bei den Landwirten ankommt, freut die Bündnis-Grünen. Sie hoffen, bei den Kommunalwahlen am 13. September stimmlich zulegen zu können. Bisher sind sie mit zwei Sitzen im Rat vertreten. In ihrem Wahlprogramm haben sie neben Klimaschutz, Mobilität, Bildung, Digitalisierung, Glasfaser-Ausbau sowie einer nachhaltigen Ortskernentwicklung auch die Landwirtschaft verankert. Regionale Vermarktung sichere nicht nur die Existenz kleinerer Betriebe und stärke das Vertrauen zwischen Erzeugern und Konsumenten: Dadurch werde auch das Klima geschont, weil Transporte wegfielen und Verpackungsmüll vermieden werde.