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Grüne: Bürgerbus-Hilfe bremst Verkehrswende im Kreis Wesel aus

Mobilität im Kreis Wesel : Grüne kritisieren Bürgerbus-Pläne des Landrats

Nach Ansicht der Grünen im Kreistag ist der Vorstoß von Ingo Brohl, die Bürgerbusse in Alpen, Sonsbeck, Rheinberg und Xanten zu fördern, „unter Klimaschutz-Gesichtspunkten“ falsch.

Die Kreistagsfraktion der Grünen sieht die Pläne von Landrat Ingo Brohl (CDU) kritisch, die Bürgerbusse in Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten zu stärken. „Wir begrüßen die Bemühungen des Landrates zur Verbesserung des Nahverkehrs“, heißt es in einer Stellungnahme, „halten aber die Konzentration auf Bürgerbusse für einseitig und daher unter Klimaschutz-Gesichtspunkten für falsch.“

Kostenpflichtiger Inhalt Wie berichtet, strebt Brohl an, den ehrenamtlichen Fahrdienst linksrheinisch zu fördern. So unterstütze der Kreis Wesel Bürgerbusvereine finanziell bei der Fahrzeugbeschaffung, so Brohl. Nach Ansicht der Grünen sei „unbestritten, dass Bürgerbusse einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge auf dem Land leisten“. Aber: „Sie können keinen wirksamen Beitrag zur klimagerechten Verkehrswende leisten.“

Als Gründe nennen die Kreisgrünen, dass der Bürgerbus-Tarif für regelmäßige Pendler unattraktiv und als zusätzliche Fahrkarte zum Monatsticket im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) zu teuer sei. Zudem gebe es keine Mitnahme-Garantie, wenn der Bürgerbus mal zu voll sein sollte. „Damit ist die Fahrt zur Arbeit mit Unsicherheit und Stress verbunden“, so die Grünen weiter. Auch das immer wieder monierte Fehlen von Abend- und Wochenendfahrten könne durch den Bürgerbus nicht aufgefangen werden.

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Als unfair bezeichnen die Grünen, dass der Landrat Aufgaben des Kreises an Vereine delegiere. „Ehrenamtliches Fahrpersonal fällt nicht vom Himmel, sondern ist Ergebnis intensiver Arbeit vor Ort“, erklären die Grünen. Zuletzt begründet die Kreistagsfraktion ihre Kritik damit, dass Linienwege und Kapazität der Kleinbusse nicht in der Lage seien, klimaschädliche Autoverkehre klimaneutral zu bündeln.

Den Grünen zufolge müsse es eher darum gehen, mit VRR und Bürgermeistern wichtige Pendler-Beziehungen mit attraktiven ÖPNV-Regelverkehren zu stärken, „damit Pendler endlich eine realistische Möglichkeit haben, auf Bus oder Zug im Tarifverbund umzusteigen“. Gegenfinanzierungen müssten mit den Kommunen diskutiert werden.

(beaw)