Xanten Großfeuer in Birten: Strohballen brennen

Xanten · Auf einem Bauernhof waren in der Nacht zu gestern über 50 Wehrleute im Einsatz. Die Polizei rettete Rinder. Brand durch Selbstentzündung.

 Spektakulärer Einsatz für die Feuerwehr in Birten: Das Strohlager stand gestern morgen lichterloh in Flammen.

Spektakulärer Einsatz für die Feuerwehr in Birten: Das Strohlager stand gestern morgen lichterloh in Flammen.

Foto: Schulmann

Das Sirenengeheul von Feuerwehr- und Polizeiwagen hat in der Nacht auf Donnerstag zahlreiche Birtener aus ihrem Schlaf gerissen. Gegen 3.20 Uhr hatten Nachbarn eines Gehöfts auf dem Bruchweg einen Scheunenbrand bemerkt und den Notruf gewählt. Die Flammen erfassten ein Gebäude, in dem Traktoren und andere landwirtschaftliche Arbeitsgeräte untergebracht waren. Aus einem angrenzenden Stall brachten die ersten Einsatzkräfte rund drei Dutzend Kühe und Rinder in Sicherheit. Durch den Funkenflug fing zudem ein Strohlager Feuer. Im Laufe der Morgenstunden waren über 50 Wehrleute aus Löschgruppen und Löschzügen aus vier Kommunen im Einsatz, der gegen 10 Uhr endete. Mensch und Tier wurden nicht verletzt. Die Polizei geht von einem Schaden im sechsstelligen Euro-Bereich aus.

Gestern Mittag waren bereits die Aufräumarbeiten im Gange, als Feuerwehrleute die Helligkeit nutzten, um sich nochmals umzuschauen. In der Einfahrt standen derweil Traktoren und Hänger, die reichzeitig aus dem brennenden Gebäude geholt werden konnten. 100 Meter weiter auf der großen Wiese schmorten immer noch die schwarzen Rundballen vor sich hin und gaben dichten Qualm ab. Laut Polizei hatten Stunden zuvor rund 200 Kubikmeter Stroh gebrannt. Der aufkommende Wind in der Nacht unterstützte den Funkenflug und erschwerte so die Arbeit der Brandbekämpfer. Polizeibeamte und Wehrleute der Veener Löschgruppe waren zuerst vor Ort. "Zunächst war angenommen worden, dass der Bauerhof auf Veener Gebiet lag", sagte Mark Rösen, einer der Pressesprecher der Xantener Feuerwehr, die ebenfalls alarmiert wurde. So wie auch die Kollegen aus Alpen, Wesel und Rheinberg. Unter anderem wurden drei Tanklöschfahrzeuge mit Wassertanks mit jeweils rund 5000 Litern Fassungsvermögen angefordert.

Das Feuer war in einer etwa 40 Meter langen Halle ausgebrochen. Den Einsatzkräften gelang es, die aufgescheuchten Rindviecher rechtzeitig aus den angrenzenden Stallungen zu holen, während in Sichtweite meterhohe Flammen aus der Scheune schlugen. Zuvor mussten sie das verschlossene Scheunentor aufbrechen. Obwohl es nicht einfach war, die Tiere beisammenzuhalten, wurden sie letztlich mit vereinten Kräften auf eine umzäunte Weide getrieben.

"Zudem konnte die Feuerwehr verhindern, dass die Flammen auf ein Dach übergreifen, auf dem eine Photovoltaikanlage angebracht ist. Der Strom war in der Nacht glücklicherweise abgestellt", meinte Rösen. Als das Feuer gelöscht war, begaben sich Beamte der Kriminalpolizei auf die Suche nach der Brandursache. "Es könnte sich um einen technischen Defekt gehandelt haben", meinte Rösen am frühen Mittag, ohne den Ergebnissen der Fachleute vorgreifen zu wollen. Einige Stunden später teilte die Polizei dann mit, dass den Ermittlungen zufolge "eine Selbstentzündung von dort gelagertem Heu und Stroh ursächlich für das Feuer" gewesen sei.

(RP)