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Grafschaft Moers: Xanten kritisiert Zögern vom Kreis Wesel

Debatte um Grafschaft Moers : Xanten ärgert sich über den Kreis Wesel

Die Stadt Xanten will seit drei Jahren ihre Beteiligung an der kommunalen Wohnungsgesellschaft Grafschaft Moers aufstocken. Aber der Kreis Wesel hat noch nicht entschieden, ob er ihr Anteile verkauft. Das stößt in Xanten auf Unverständnis.

Der Kreis Wesel kann weitere Anteile an der Grafschaft Moers erwerben. Unklar ist aber, ob auch Xanten seine Beteiligung an der kommunalen Wohnungsgesellschaft erhöhen kann. Die Stadt müsste dafür dem Kreis Wesel Anteile abkaufen. Sie hat auch schon 2018 ihr Interesse daran deutlich gemacht. Aber bisher hat sich der Kreis Wesel öffentlich dazu noch nicht geäußert, auch nicht auf Nachfrage. Xantens Bürgermeister Thomas Görtz reagierte „irritiert“ darauf, wie er unserer Redaktion sagte.

Der Grafschaft Moers gehören mehr als 2100 Wohnungen am Niederrhein. Etwa elf Prozent seien in Xanten, deshalb wolle die Stadt auch mit elf Prozent an der kommunalen Wohnungsgesellschaft beteiligt sein, sagte Görtz. Bisher Xanten im Kreis der Gesellschafter unterrepräsentiert. Die Stadt hält 2,74 Prozent an der Grafschaft Moers. 2018 hat der Rat deshalb beschlossen, dass die Beteiligung um etwa acht Prozent erhöht werden soll.

Größter Anteilseigner ist der Kreis Wesel mit 87,42 Prozent. Außerdem hält die Stadt Rheinberg 2,74 Prozent. Die restlichen 7,1 Prozent gehören der Gebag, einem Immobilienunternehmen der Stadt Duisburg. Aber die Gesellschaft will sich davon trennen und ihren Anteil dem Kreis Wesel anbieten, wie eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Die Gebag wolle ihr Beteiligungsportfolio bereinigen, erklärte die Sprecherin. Als kommunales Duisburger Wohnungsunternehmen sei sie ausschließlich in der Stadt tätig. Dass sie Anteile an der Grafschaft Moers halte, sei historisch bedingt und stamme aus einer Zeit, als die Stadtgrenzen noch anders verlaufen seien und die Grafschaft mehr Wohnungen in Duisburg besessen habe. Sollte Duisburgs Stadtrat im April zustimmen, könne der Verkauf voraussichtlich im Mai stattfinden, sagte die Sprecherin.

Vom Kreis Wesel gab es dazu keine Auskunft. Der Kreistag hat sich zwar am 25. März mit einer „Änderung der Gesellschafteranteile“ bei der Grafschaft Moers befasst. Aber nähere Angaben dazu machte der Kreis Wesel nicht, weil es sich um eine nichtöffentliche Sitzung handelte. Eine Sprecherin teilte nur mit, dass zu Xanten noch keine Entscheidung getroffen wurde. Görtz zeigte kein Verständnis dafür, dass die Debatte um die Anteile an der Grafschaft Moers solange dauert.

(wer)