Sommerinterview Beigeordneter Thomas Görtz: Görtz möchte Bürgermeister werden

Sommerinterview Beigeordneter Thomas Görtz: Görtz möchte Bürgermeister werden

Der Stadtkämmerer von Xanten, seit einem Jahr offiziell im Amt, bewirbt sich bei der CDU um die Kandidatur für das Amt des Verwaltungschefs. Er habe viel Zuspruch aus der CDU, der Bevölkerung und von den Mitarbeitern erfahren.

Xanten Vor gut einem Jahr trat Thomas Görtz seinen Dienst als Beigeordneter der Stadt Xanten an. Die Rheinische Post sprach mit ihm über seine Bilanz und vor allem seine Zukunft.

Nun haben Sie das erste Jahr in Xanten hinter sich. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Thomas Görtz Ich konnte zum Glück gut vorbereitet nach Xanten kommen. Bereits unmittelbar nach meiner Wahl im Februar letzten Jahres war ich häufig in Xanten unterwegs sowohl im Rathaus als auch in der Stadt bei diversen Terminen. In Absprache mit meinem damaligen Arbeitgeber habe ich im letzten Frühjahr sozusagen meinen Urlaub in Xanten zur Einarbeitung verbracht. Mein erstes Jahr als Beigeordneter und Stadtkämmerer war wahrlich nicht von Langeweile geprägt. Es gab viele Themen. So war mein erster Auftrag, den Haushalt so aufzustellen, dass wir ohne Haushaltssicherungskonzept arbeiten können. Das ist uns zumindest mittelfristig gelungen, aber es löst natürlich keine Begeisterungsstürme aus, wenn man als neuer Kämmerer gleich Steuererhöhungen vorschlagen muss. Wir haben gut erklärt, warum wir diesen Weg gehen müssen, so dass die Bevölkerung das besonnen und mit Verständnis aufgenommen hat. Als Schuldezernent ging es gleich um die Schließung eines Teilstandorts einer Grundschule. Und es gab durchaus Stirnrunzeln in Reihen der CDU, als aus der Debatte um eine Sekundarschule der Vorschlag wurde, eine Gesamtschule zu gründen. Auch hier haben wir diesen vielleicht überraschenden Schritt gut kommuniziert und Dank sehr guter Vorbereitung aller Beteiligten wurde diese weitere Bereicherung der ohnehin schon exzellenten Xantener Schullandschaft letztlich fraktionsübergreifend beschlossen.

Der Wechsel von der Gemeindeprüfanstalt in die Verwaltung — ist der Arbeitsalltag so, wie sie es erwartet hätten?

Görtz Ganz klar: nein. Ich bin sehr positiv überrascht. Wir stehen täglich vor neuen Herausforderungen und Problemstellungen. Das gefällt mir sehr. Natürlich ist es schon ein großer Perspektivwechsel, ob man nur Dinge hinterfragt oder auch wirklich die Lösung finden muss.

Wie sind Sie privat in Xanten aufgenommen worden?

Görtz Das Bild von Xanten, das wir vorher hatten, hat sich positiv bestätigt. Wir wohnen seit Februar hier im Dombogen und sind sehr freundlich und aufgeschlossen aufgenommen worden. Die Stadt steckt voller Leben und bietet eine hohe Lebensqualität. Wir haben schon sehr viele Kontakte auch außerhalb des Berufs - etwa über unseren Sohn, der Fußball spielt, und die Mitgliedschaft in vielen Vereinen. Ich bin jeden Tag dankbar, dass ich in dieser tollen Stadt leben und arbeiten darf. Was in Xanten alles passiert, ist grandios.

Wie überraschend kam für Sie die Entscheidung von Christian Strunk, nicht erneut für das Bürgermeisteramt zu kandieren?

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Görtz Der Zeitpunkt war überraschend. Dass er vielleicht noch mal eine berufliche Veränderung anstrebt, war ja kein Geheimnis. Das ist für mich auch nachvollziehbar, 14 Jahre in diesem Amt sind eine lange Zeit.

Da Sie in der Verwaltung den Bürgermeister vertreten, stellt sich fast automatisch die Frage, ob Sie sich vorstellen können, Bürgermeister zu werden?

Görtz Das ist eine große berufliche Herausforderung. Ich habe viel Respekt vor dieser Aufgabe und habe mir deshalb zunächst etwas Zeit genommen. Natürlich ist es kein Automatismus, dass der Beigeordnete Bürgermeister wird. Aber ich möchte diese einmalige Chance nutzen. Ich glaube, ich würde es ein Leben lang bereuen, wenn ich jetzt nicht bereit wäre, es zumindest zu versuchen. Deshalb werde ich mich bei der CDU um die Kandidatur bewerben und mich dem parteiinternen Auswahlverfahren stellen. Ich hoffe, dass meine Bewerbung zu den Vorstellungen der CDU und dem Anforderungsprofil passt.

Ist das bisher eine einsame Entscheidung von Ihnen und Ihrer Frau?

Görtz Zu allererst war hier natürlich meine Frau meine wichtigste Ratgeberin, ohne Sie würde ich eine solch sowohl beruflich wie privat weitreichende Entscheidung nie treffen. Ich bin aber auch in den letzten Wochen sehr häufig angesprochen worden. Ich habe viel Zuspruch aus der CDU bekommen, aber auch aus der Bevölkerung. Und was mir ganz wichtig ist: Ich spüre auch starken Rückhalt von den Mitarbeitern in der Verwaltung. Das ist sehr ermutigend.

Jetzt geht es für Sie erstmal in den Urlaub. Wohin reisen Sie?

Görtz Wir sind zwei Wochen auf Fuerteventura in einem Sporthotel, in dem man gut aktiv werden kann, aber auch einfach an den Strand gehen kann, um die Akkus für die nächsten Wochen und Monate mit sicherlich vielen spannenden Herausforderungen wieder aufzuladen.

(RP)