Xanten: Geschmack des Niederrheins in Berlin

Xanten : Geschmack des Niederrheins in Berlin

Die Genussregion vertritt auf der Grünen Woche wieder mit 20 Betrieben und neuen Ideen das Land NRW. Vom 19. bis 28. Januar werben die Botschafter mit Spezialitäten und Spielen für Land, Leute und Leckeres.

Auf der Grünen Woche in Berlin sind sie mit ihrem nunmehr siebten Auftritt fast schon alte Hasen. Deshalb wissen die Mitglieder der Genussregion Niederrhein aus, dass sie stets was Neues auf der internationalen Messe zeigen müssen. So sind in der Delegation von 20 Betrieben nun erstmals das Landhaus-Café Selders (Hünxe), die Demeter-Obstplantage Clostermann (Wesel) und der Hof Schäfer (Hamminkeln) dabei, der überdies das gesamte Online-Shop-Sortiment der Produzenten-Familie Feines vom Land vorstellt. Außerdem haben sich alle kleine Spiele und Aktionen ausgedacht. Vom 19. bis 28. Januar können die Messebesucher die Leckereien probieren, die Leute kennenlernen und auf den Geschmack des Niederrheins kommen.

Nicht alle sind die ganze Woche über täglich da. Die Mitglieder wechseln sich ab, präsentieren aber jeden Tag die Vielfalt der Region, die erneut das Land NRW vertritt. Auf gut 500 Portionen Reibekuchen mit Blutwurt und Apfelkraut richtet sich das Weseler Lippeschlösschen ein. Bauer Graaf (Schermbeck) bittet zur Probe seiner Rote-Bete-Chips (mit und ohne Meersalz) Der Büffelhof Kragemann (Bocholt) lässt verschiedene Mozzarella-Sorten geschmacklich bewerten. Margret Schiffer (Sonsbeck) zeigt die Kunst des Korbflechtens. Die Obstkelterei van Nahmen (Hamminkeln) hat frisch die Stromberger Pflaume versaftet. Zum Abbinden der Würste von Hand werden Gäste von der Hoffleischeri Hawix (Sonsbeck) gebeten. Das Heuhotel Moerenhof (Xanten) veranstaltet ein Kopfkissen-Wettbeziehen. Der Hof Rülfing (Rhede) fragt, ob der Geschmack der luftgetrockneten Mettwurst am Speck oder am Fleck der Bunten Bentheimer liegt. Walterbräu (Wesel) hat diesmal Bock-auf-Brot-Aufstriche und Biertrüffel im Gepäck. Alles Gute rund um Kräuter präsentieren der Appelbongert (Schermbeck) und die Kräutergärtnerei Schenkendorf (Alpen). Unter anderem auf Joghurt mit Rübenkraut und Walnüssen macht die Krautfabrik Koppers (Goch) aufmerksam. Auf Damwild spezialisiert ist der Büssershof (Kevelaer). Mit Malzbieren und Limonaden zeigt Feldschlösschen (Hamminkeln) seine Stärken. Außerdem gibt's hier einen 40-prozentigen Brand aus einem Bockbier von Walterbräu, das nach sechs Jahren Kellerreife jetzt von der Brennerei Böckenhoff (Erle) verarbeitet worden ist. Ebenfalls mit von der Partie sind die Spargelbaugenossenschaft Walbeck und das das Hotel Seepark (Geldern).

Ansgar Müller, Landrat des Kreises Wesel, lobte nicht nur das Engagement aller Beteiligten in der Regionalvermarktung und auch der Tourismus-Werbung. Er hatte sich auch mit Zahlen für die Präsentation der Niederrhein-Botschafter gerüstet. Laut einer jüngsten Untersuchung des Bundes bevorzugen drei Viertel der Befragten Lebensmittel aus ihrer Region. Bei Produkten tierischen Ursprungs spiele zunehmend die Haltung eine Rolle. So wollten mehr als 84 Prozent Ware aus fairem Handel und gut 82 Prozent legten Wert auf umweltverträgliche Bedingungen. Zwei Drittel der Befragten decken sich auf Wochenmärkten ein, mehr als die Hälfte war schon mal in einem Hofladen.

Für Müller ist dies der Beweis, dass bei den Verbrauchern ein Umdenken stattgefunden hat und die vor zehn Jahren angestoßenen Bemühungen für die Regionalvermarktung am Niederrhein genau der richtige Weg waren. Andere schauten schon mit ein wenig Neid auf die Erfolge der Genussregion, sagte Müller. Dass man nun wieder NRW auf der Grünen Woche in Berlin vertrete, sei eine gut erarbeitete, aber auch verdiente Auszeichnung. Die Motoren Monika Stallknecht (Entwicklungsagentur Wirtschaft des Kreises Wesel) und Thomas Michaelis (Stadt Hamminkeln) freuen sich mit den Ausstellern auf eine abwechslungsreiche Messewoche. Ullrich Langhoff vom Lippeschlösschen glaubt als Vorsitzende des Vereins Genussregion Niederrhein, dass die Gruppe wieder "ein kleines Highlight" der weltweit größten Schau für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau sein wird.

(fws)