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Gesamtschule Xanten: Leo Thiemann entwickelt intelligenten Mülleimer.

Gewinner bei „Jugend forscht“ : Schüler entwickelt smarten Mülleimer

„Trashi“ sammelt nicht nur Abfall, er kann auch selbstständig fahren. Bei „Jugend forscht“ hat der Gesamtschüler Leo Thiemann für die Idee einen Preis abgeräumt. Weitere Wettbewerbe mit dem „Creative-Lab“ sind geplant.

Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein gewöhnlicher Mülleimer. Auf den zweiten fallen seine Kulleraugen und sein aufgemaltes Lächeln auf. Spätestens auf den dritten Blick, wenn der Betrachter die Reifen links und rechts sieht, ist klar: Dieser Eimer kann mehr. Leo Thiemann (16), Schüler der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck, hat den intelligenten Mülleimer „Trashi“ erfunden. Dieser soll selbstständig durch die Schulflure fahren und die Schüler dazu animieren, ihren Abfall in ihn anstatt auf den Boden zu werfen. Beim Wettbewerb „Jugend forscht“ hat der 16-Jährige dafür sogar einen Preis gewonnen – als erster Schüler seiner Schule überhaupt. Weitere Projekte sind zusammen mit dem Team des „Creative-Labs“ geplant.

Technik hat den Zehntklässler schon immer begeistert. „Einer meiner Brüder war Medienscout an der Gesamtschule, das wollte ich auch unbedingt werden“, erzählt er. In den Pausen kümmert er sich beispielsweise um den Verleih von Geräten und beantwortet Fragen. Im Wahlpflichtfach Informatik hat er unter anderem die Programmiersprache Python gelernt, mit der er „Trashi“ programmiert hat.

In dem intelligenten Eimer schlummert eine ganze Menge Technik, komprimiert in einem kleinen Computer, einem sogenannten Raspberry Pi. Mit dem Computer verbunden sind zwei Motoren, die den Helfer mobil machen. Links und rechts des Eimers befinden sich zwei Ultraschallsensoren, die Signale aussenden, damit der Eimer genau mittig unterwegs ist. „Der Computer erfasst mit den Sensoren die Entfernung zu den Wänden. Wenn die Werte unterschiedlich sind, der Eimer also nicht mittig fährt, gleicht er das aus.“ Vor dem Müll geschützt ist die Technik innen durch eine darüber liegende Plexiglasplatte. Für das Programmieren, schätzt Thiemann, habe er zwei bis drei Wochen gebraucht. „Das Programmieren macht einfach Spaß. Man hat total viele Möglichkeiten und kann sofort das Ergebnis sehen.“

An seiner Erfindung getüftelt hat der Zehntklässler im neuen „Creative-Lab“ der Gesamtschule. Ins Leben gerufen haben es die Projektlehrer Anke Cleven und Christian Hauk. Hier wird experimentiert, Technik ausprobiert und an Projekten gearbeitet. „Die Schüler haben viele Ideen und die wollen wir ihnen ermöglichen“, sagt Hauk. „Sie entdecken Probleme, suchen nach Lösungen und setzen sie um.“ Und sie sind motiviert, weitere Preise abzuräumen. Zurzeit bereitet sich das „Creative-Lab“ auf einen Wettbewerb vor, bei dem sie einen Roboter bauen und programmieren müssen, der einer bestimmten Linie folgen muss.

Mit dem intelligenten Mülleimer ist Thiemann aber noch nicht ganz fertig. „Ich muss noch etwas an ihm arbeiten, einen Frontsensor und einen Sensor innen einbauen.“ Dann könnte „Trashi“ seinen Betrieb aufnehmen. „Der Frontsensor sagt ihm, wann eine Wand kommt, damit er dann umdrehen kann.“ Ein weiterer Sensor im Eimer soll erkennen, wenn dieser voll ist. „Er könnte dann mit einem Blinken oder einem akustischen Signal darauf aufmerksam machen, dass er geleert werden muss.“

Allein für den Prototyp hat Thiemann jedoch schon den „Sonderpreis Umwelttechnik“ beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ gewonnen, bei dem seine Schule dieses Jahr zum ersten Mal und als eine von nur zwei Gesamtschulen teilgenommen hat.

Bei der nächsten Ausgabe von „Jugend forscht“ möchte er wieder mitmachen. „Was ich dann mache, kommt noch auf das nächste Thema an.“ Beruflich möchte der 16-Jährige, der auf einem Bauernhof wohnt und einen Traktorführerschein hat, auch etwas mit Informatik machen. „Aber ich möchte dabei auch was mit Menschen zu tun haben und nicht nur vorm PC sitzen. Vielleicht kann man Programmieren und Landwirtschaft auch kombinieren.“