Gemeinde Sonsbeck will Waldsportpfad im Winkelschen Busch erneuern

Winkelscher Busch in Sonsbeck : Tage des Waldsportpfades sind gezählt

Die Geräte sind teils marode, teils sogar bereits abgebaut. Nun möchte die Gemeinde Sonsbeck den Waldsportpfad im Winkelschen Busch für 150.000 Euro erneuern. Bedingung dafür ist aber eine Förderung aus Leader-Töpfen.

In den 70er-Jahren schossen sie wie Pilze aus dem Boden, lockten zahllose Menschen an die frische Luft und animierten zu sportlicher Betätigung mit einfachsten Mitteln: Trimm-dich-Pfade. Diese Bewegungs-Bewegung wurde 1970 vom Deutschen Sportbund initiiert und erlebte durch die Olympischen Spiele 1972 einen enormen Boom. So auch in Sonsbeck.

Denn wenig später wurde auch im Winkelschen Busch ein Trimm-dich-Pfad errichtet, auf dem seither viele Generationen geturnt, geschwitzt und bestimmt auch geflucht haben. Doch nun dürften die Tage des Waldsportpfads, wie er in Sonsbeck heißt, bald gezählt sein. Zumindest in der Form, in der er sich derzeit noch auf 2300 Metern durch das Waldgebiet an der Gelderner Straße schlängelt. Denn viele der als Laufstrecke genutzten Waldwege sind nicht mehr in einem optimalen Zustand, die am Rand aufgebauten Gerätestationen sind in den vergangenen Jahren schon aus Sicherheitsgründen gesperrt oder sogar bereits abgebaut worden, und die übriggebliebenen haben ihre besten Tage ebenfalls bereits weit hinter sich.

Daher möchte die Gemeindeverwaltung nun einem Antrag der Senioren- sowie Jungen Union folgen, den bisherigen Waldsportpfad in abgewandelter Form neu zu gestalten. „Es ist festzustellen, dass die Wege dringend einer Überarbeitung bedürfen“, schreiben die beiden Antragsteller Leo Giesbers und Stephan Kalscheur in ihrer Begründung. Zudem würden insbesondere „Spiel und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder“ und „seniorentaugliche“ Outdoorgeräte vermisst. Daher will die Gemeinde nun den Sportpfad mit „in Teilen auch kindgerechten Spiel- und Turnelementen“ neu gestalten und gleichzeitig einen „zentralen Bewegungsparcours“ auf der Südseite des alten Sportplatzes im Winkelschen Busch errichten, wie sie in ihrer Stellungnahme zum Antrag ausführt.

Ist das Kunst oder kann das weg? Die verbliebenen Gerätestationen entlang des Waldsportpfades sind in keinem guten Zustand mehr oder für heutige Sport- und Fitnesszwecke völlig ungeeignet. Foto: Markus Plüm

150.000 Euro sind dafür im Haushalt 2019 eingeplant. „Der Pfad wird auch heute noch von vielen Gruppen und Sportlern unterschiedlichen Alters rege genutzt. Daher sehen wir durchaus Bedarf, dort tätig zu werden“, sagte Bürgermeister Heiko Schmidt in der Sitzung des Ortsausschusses am Dienstag. Er verdeutlichte aber gleichzeitig, dass eine Umsetzung des Projekts nur möglich sei, wenn Fördergelder aus den Leader-Töpfen fließen. 65 Prozent der Kosten sollen dadurch gedeckt werden.

Da der Waldsportpfad zu 95 Prozent über Flächen des Landesbetriebs Wald und Holz NRW verläuft, hat bereits ein Ortstermin mit der Forstbehörde stattgefunden. Die signalisierte grundsätzlich ihr Einverständnis mit den Plänen. Doch waren sich beide Seiten einig, dass ein barrierefreier Ausbau einen zu hohen Unterhaltungsaufwand bedeuten würde. Stattdessen sollen barrierearme Oberflächen geschaffen werden – also eher sandige Wege, auf denen auch mal Schlaglöcher entstehen oder Wurzeln durch die Wegdecke dringen können.

19 Stationen auf 2300 Metern Länge zählte der der Waldsportpfad einst. Einige davon sind heute aus Sicherheitsgründen gesperrt oder sogar bereits abgebaut worden. Foto: Markus Plüm

Zunächst müssen aber die politischen Gremien dem Vorhaben zustimmen. Es wird also noch etwas dauern, bis die nächste Trimm-dich-Generation durch den Winkelschen turnen kann.

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