Rheinberg: Gelber Riese unter Tage

Rheinberg: Gelber Riese unter Tage

Das esco-Steinsalzbergwerk Borth hat einen neuen Fahrlader in Betrieb genommen. Das 600.000 Euro teure Fahrzeug kann 20 Tonnen Salz in seiner Schaufel transportieren. Die Investition soll auch Arbeitsplätze sichern.

Ein Fahrlader ist ein wahres Monstrum. Das wird spätestens klar, wenn man versucht, das gelbe Fahrzeug mit der riesigen Schaufel 740 Meter unter die Erde zu verfrachten. 20 Mal musste der Förderkorb des esco-Steinsalzbergwerks Borth in die Tiefe gleiten, bis alle Einzelteile des neuen Fahrladers transportiert waren. Unter Tage begannen Ingenieure dann damit, das Fahrzeug aufzubauen und die Schaufel, die in zwei Teile zerlegt werden musste, zusammenzuschweißen. Allein 120 Kilogramm Schweißdrähte wurden dafür benötigt.

Achtzylinder-Dieselmaschine

600.000 Euro hat esco in den gelben Riesen investiert. "Der Vorteil für unseren Konzern ist enorm, denn die Achtzylinder-Dieselmaschine kann in ihrer Schaufel bis zu 20 Tonnen Salz transportieren. Die nächst kleineren Transporter schaffen nur zwölf", erläutert Dieter Scheibe, der technische Leiter des Steinsalzbergwerks Borth. Der neue Fahrlader hat die Aufgabe, das gesprengte Salz zu so genannten Brechern zu transportieren, von denen es in kleinere Stücke zerbröselt und anschließend auf ein Förderband geleitet wird. 500.000 Tonnen Salz verschiebt solch ein Lader-Monstrum in einem Jahr.

Damit die 80 Tonnen Gesamtgewicht auch bewegt werden können, verrichtet ein Deutz-Dieselmotor mit 320 kW seine Dienste. "Dafür verbraucht der dicke Gelbe auch bis zu 35 Liter Kraftstoff in der Stunde", sagt Wolfgang Angenendt, Leiter der Kfz-Abteilung. Getankt wird in der "tiefsten Tankstelle Europas", einem Kraftstofftank in fast 800 Meter Tiefe. Der neue Fahrlader ist der dritte in dieser Größenordnung, den esco in Borth unter Tage betreibt; in diesem Jahr soll noch ein weiterer geliefert werden. Neben den Anschaffungskosten fallen noch 28.000 Euro für einen Satz der zwei Meter hohen und 1,5 Tonnen wiegenden Reifen an, der pro Jahr verschlissen wird.

Fast vier Millionen Euro

Die Anschaffung der Fahrlader ist Teil von umfassenden Investitionen, die esco in das Borther Steinsalzbergwerk fließen lässt. Allein unter Tage seien in den letzten drei Jahren fast vier Millionen Euro in neue Fahrzeuge gesteckt worden, darunter auch Befahrungsfahrzeuge, ein Sprengfahrzeug, ein Ankerwagen sowie mehrere Brecher, so Scheibe. In das erst vor zweieinhalb Monaten in Betrieb genommene Fördergerüst investierte esco 2,5 Millionen Euro. Innerhalb der nächsten fünf Jahre stehen noch die Erneuerung der Fördermaschine und der Schachteinbauten an. Dafür sind zusätzlich noch fünf Millionen Euro einkalkuliert.

"Damit investiert esco auch in die Sicherung der Arbeitsplätze. Während wir vor fünf Jahren in Borth noch 280 Mitarbeiter haben, beschäftigen wir zurzeit 320", bekräftigt Dieter Scheibe.

Info

90 km² Grubenfläche

Laut Dieter Scheibe, dem technischem Leiter des Salzberwerks, hat die Grube in Borth derzeit eine Fläche von 90 Quadratkilometern.

150 Millionen Tonnen Salz seien bislang gefördert worden.

Die Lagervorräte reichten noch für 40 Jahre.

Die Lebensdauer eines Fahrladers betrage bis zu 18 Jahre.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 20-Tonnen-Monstrum gräbt unter Tage

(RP)
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