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Xanten: Gehören Pop und Schlager in die Kirche?

Xanten : Gehören Pop und Schlager in die Kirche?

"Alles hat seinen Platz in der Kirche", so Pfarrer Hoebertz der katholischen Kirchengemeinde in Sonsbeck. Heutzutage müssen sich Geistliche immer öfter mit den individuellen Musikwünschen bei familiären Anlässen in der Kirche auseinandersetzen.

Eine Zeitlang war "Halleluja" von Leonard Cohen der Renner, bestätigte der Sonsbecker Pfarrer. Immer öfter höre man, dass in der Kirche auch niemand mehr mitsingt. Das liegt wohl auch daran, dass immer weniger Menschen Gottesdienste besuchen und gar nicht mehr den Text kennen können. Charts hingegen gehören zum Alltag und durch die oft unbewusste Beschallung können die meisten auch den Text.

Oft wollen die Menschen aber auch einfach nur zuhören. Das hat wohl etwas meditatives - einfach mal die Musik auf sich wirken zu lassen, ohne wie auf den Konzerten mitgrölen zu müssen. Die Gestaltung der Messen verändert sich beständig, so Hoebertz. "Früher wurden Bands gegründet, um die Gottesdienste zu begleiten, heutzutage kommen eher die Neuen Medien zum Einsatz. Leinwände werden aufgestellt, um Videos und Fotos mit persönlichen Erinnerungen zu zeigen. Aber auch die Themen ändern sich mit der Zeit. Freundschaft oder Liebe wird es immer geben, aber auch das aktuelle Thema Flüchtlinge wird heute in Gottesdiensten aufgearbeitet."

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Die Reaktionen auf diese Erneuerungen sind verschieden. Aber die meisten freuen sich über die neuen Impulse. "Sie halten jung und geben das Gefühl zu der Gemeinschaft dazu zu gehören."

"Alles hat seinen Platz in der Kirche, solange es zu Ehren Gottes ist und nicht der Selbstdarstellung dient. Die Kirche ist immer schon ein Kulturträger für bildende Kunst und die Musik gewesen und bietet auch die Möglichkeit, sie zu präsentieren", so Günter Hoebertz.

Die Menschen holen sich ihre Lieder meist aus der modernen Populärkultur. Für Pfarrer Martin Simon aus der evangelischen Kirchengemeinde Vluyn ist dies auch Teil eines Trends zu immer aufwendigeren Hochzeitsvorbereitungen. "Es muss alles perfekt sein, der schönste Tag im Leben, der Druck aus der Familie ist sehr groß", sagt er. Hinzu kommt, dass man den Hochzeitsfeierlichkeiten im Bekanntenkreis nicht nachstehen möchte. Auch Peter Bossmann, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Martinus in Moers, kann diese Entwicklung bestätigen. "Man darf den Einfluss der Hochzeitsmessen nicht unterschätzen, dort bekommen viele Paare Anregungen für die Gestaltung ihrer Trauung." Dazu zähle dann auch, dass etwa eine Sängerin engagiert werde, die ein Lied, das den Brautleuten wichtig ist, vorträgt. "Oft höre ich auch: ,Bei diesem Lied haben wir uns kennengelernt!' Oder: ,Bei diesem Lied hat er mir einen Heiratsantrag gemacht!'", berichtet Bossmann. Letztlich sei die Hochzeit die Feier der beiden Brautleute und nicht die des Pfarrers.

(RP)