Xanten: Ganz Xanten ist eine große Galerie

Xanten: Ganz Xanten ist eine große Galerie

"ArtOrt" schreibt Erfolgsgeschichte: Kunst und Ausstellungsware gehen in Geschäften eine ideale Symbiose ein.

Als der Xantener Fotograf Thomas Költgen vor zehn Jahren die Idee hatte, leerstehende Geschäfte für einen bestimmten Zeitraum für Kunstausstellungen zu nutzen, ahnte er sicher nicht, was sich daraus entwickeln sollte. Inzwischen ist die Reihe "ArtOrt Xanten" gleichermaßen eine Erfolgsgeschichte für Künstler als auch Geschäftsleute.

Wie sich die Kunst mustergültig in das ausgestellte Warensortiment integrieren lässt, wird bei einem erstaunlichen Gang durch das "Haus der Geschenke Geenen" an der Orkstraße deutlich. "Es ist ein Phänomen, wie es Maria Geenen immer wieder gelingt, dass Bilder und Deko ein harmonisches Bild ergeben", erzählt die Malerin Hedy Veltkamp, deren Werke voller Poesie und dem Flair fremder Länder wie gemacht scheinen für den romantisch gedeckten Tisch.

Dazu gesellen sich die Papierkunstwerke von Eugenie Schumacher. Postkartengroße Collagen, die zumeist eine Botschaft an den Adressaten enthalten. "Die Uhr zum Beispiel steht als Symbol für die gemeinsam verbrachte Zeit", erklärt die Kölner Künstlerin.

Mechtild Runde-Witjes stellt ihre in Acryl, Kohle und Lack geschaffenen Bilder derzeit in 28 Galerien des Landes aus und jetzt auch bei Brillen Bentele. Ihre Exponate schmiegen sich dabei nahtlos in das Ambiente. Irene Bentele freut das besonders: "Ihre Bilder passen von der Farbgebung einfach wunderbar zur Dekoration." Ihre Kunden können sich von der Künstlerin sogar ein Bild anfertigen lassen, welches ihren Wünschen, Ideen und Charakter entspricht. "Ich spreche mit den Menschen, frage was sie umtreibt und male danach ihr persönliches Bild", erklärt Runde-Witjes.

Das Handwerkzeug von Jürgen Bosmann ist die Kamera. Seine oft in Schwarz-Weiß aufgenommenen Fotografien beschreiben die einzigartige Dramaturgie des Augenblicks. "Ich sehe mich als ein Flaneur, der mit offenen Augen durch die Straßen läuft und alles in sich aufnimmt", sagt Bosmann, dessen Aufnahmen in der Buchhandlung Librarium zu besichtigen sind.

Den künstlerischen Mehrwert erhalten Xantens Kunden nicht nur in der Innenstadt. Im Garten- und Freizeitmarkt Hopmann an der Sonsbecker Straße lohnt sich ein Blick auf die selbst genähten Kunstwerke von Ludgera Fährmann-Koch. "Bei den Tischläufern handelt es sich um absolute Unikate. Ich habe eine Idee und lasse dann meiner Kreativität freien Lauf", erzählt die Stoffkünstlerin.

Im Zusammenspiel mit der passenden Dekoration wird die heimische Tafel dann zum individuellen Gesamtkunstwerk. Dazu passen die im gleichen Haus zu besichtigenden Werke von Andrea Farell-Gilliar, die sich der bildhauerischen Malerei widmet. Neben Bildern mit Tiefgang lässt die Künstlerin mit Hilfe einer Strukturpaste aus Vasen, Schachteln oder Spiegelrahmen einzigartige Kunstwerke entstehen. Die Kombination aus Shopping und Kunst können Xantener Kunden noch bis zum 3. März genießen.

(erko)