Xanten: Frustrierter Bäcker an der Umgehung

Xanten: Frustrierter Bäcker an der Umgehung

Thomas Dams hadert mit der Stadt Wesel, weil die Tank & Rast-Zufahrt in Büderich noch immer nicht fertig ist.

Thomas Dams hadert mit der Stadt Wesel, weil die Tank & Rast-Zufahrt in Büderich noch immer nicht fertig ist.

Für Radfahrer hat Thomas Dams Gummimatten ausgelegt. Foto: Fritz Schubert

Als Bäckermeister Thomas Dams aus Ginderich im November 2015 seine Backwerkstatt vor den Toren Büderichs eröffnete, da war das ein Meilenstein. 1,3 Millionen Euro hatte er in das Café im Tank & Rast-Komplex an der neuen Büdericher Umgehung investiert. Seitdem hat er zwar geschäftlich seine Planzahlen erreicht. Aber so richtig glücklich mit der Entwicklung des Standortes ist der Filialist nicht. Denn baulich ist aus seiner Sicht vieles noch ein Provisorium, für das er die Stadt Wesel in der Verantwortung sieht.

Ramponierte Umgebung im Umfeld des Wendekreises. Foto: Fritz Schubert

Im Mittelpunkt der Kritik des Bäckers steht die Zu- und Ausfahrt. Das Niveau der Rampe liege immer noch viel zu tief, als dass es zur Spange zwischen der Ampel an der B 58n und der alten B 58 Richtung Büderich passen würde. Dams stellt fest, dass beispielsweise für Fahrer eines Normal-Pkw die Sicht wegen der Leitplanken bei der Ausfahrt eingeschränkt ist. Gerade ältere Kundschaft könnte damit Probleme haben. Andererseits hätten an anderer Stelle Gespannfahrer - zum Beispiel Marktbeschicker - ihre Not, würden oft mit ihren Anhängern aufsetzen. Gleiches gelte für Lkw mit Aufliegern. Die Schrammen im Asphalt an der Abfahrt vom Tankstellenplateau auf die provisorische Straße zur Spange sind tief.

Höhenunterschied bei der Abfahrt von der Spange zu Tank & Rast. Foto: Fritz Schubert

Zum Thema Zufahrt gehört für Dams auch der Ausbau der Zuwegung zu seiner Backwerkstatt samt Wendekreis auf halber Strecke. Der sei für Lkw gar nicht ausgelegt und folglich ramponiert. Poller sind schon beschädigt.

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Zum Konzept des Cafés gehört es, auch für Radfahrer interessant sein zu wollen. Um diese überhaupt auf Umwegen dorthin lenken zu können, hat Dams selbst insgesamt sechs Hinweisschilder aufgestellt und am Ende eine lange Gummimatte zum Café-Parkplatz ausgelegt. Denn von der Rheinbrücke oder dem linksrheinischen Deich kommenden Radlern erschließt sich die Führung - über den Perricher Weg und einen Pfad durch den Acker von der Rückseite heran - nicht von selbst. Überdies, so Thomas Dams weiter, sei auch ein versprochener Frequenzbringer wie McDonald's bislang nicht gekommen.

Toll fanden der Gindericher und seine Gäste die Wildblumenwiese, die der städtische Betrieb ASG vor zwei Jahren entlang der B 58n angelegt hatte. Die Freude war kurz, denn die Fläche verkam in der Folge, ist jetzt vom ASG wieder eingesät worden. 500 Euro kostet das pro Jahr. Dams möchte sich gern daran beteiligen, wie er auch sonst bei der Lösung von Problemen erfinderisch ist. Etwa weil der Landesbetrieb Straßen NRW bei Werbungsfragen strikte Vorgaben macht. Fahnenmasten sind erlaubt, aber keine Fahnen. So gibt es statt verbotener fester Werbung einen großen, aufblasbaren Bäcker, der aufs Café aufmerksam macht und auch wieder in sich zusammenfällt. Dams denkt daran, die Figur zur Abwechslung mal durch einen Motorradfahrer zu ersetzen. Dams, Herr über 120 Beschäftigte in neun Filialen in Wesel, Xanten, Alpen und Rheinberg, arrangiert sich mit den Gegebenheiten, erwartet aber trotzdem, dass die Stadt was tut.

Im Rathaus ist die Problematik natürlich bekannt, aber offenbar nicht so schnell lösbar. Wie Fachbereichsleiter Martin Prior und Teamleiter Gottfried Brandenburg auf Anfrage unserer Zeitung erklären, kann der Endausbau der Straße erst erfolgen, wenn die Bebauung abgeschlossen ist. Noch sei aber etwa ein Viertel der nutzbaren Fläche frei. Heißt übersetzt: Kommt ein weiteres Unternehmen hinzu, kann nach dessen Hochbauarbeiten auch das ganze Werk vollendet werden.

Es sei so Brandenburg, zwar überlegt worden, ob mit Anflicken die Zufahrtssituation vorübergehend verbessert werden könnte, doch sei das auch eine Frage des Aufwands. Auch Prior sieht die missliche Lage, "im Grunde eine Dauerbaustelle vor der Nase" zu haben. Allerdings gebe es auch Baugebiete, deren Straßenendausbau erst nach 30 bis 40 Jahren gemacht werden könne.

(fws)