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„Fridays For Future“ in Xanten: Schüler planen weitere Klima-Demo

„Fridays For Future“ in Xanten : Jugendliche planen weitere Klima-Demo

Xantener Schüler wollen wieder während der Unterrichtszeit auf die Straße gehen, um auch die Politik vor Ort „wachzurütteln“.

Auch in Xanten wollen Schüler weiter auf die Straße gehen, um sich für eine andere Klimapolitik in Deutschland einzusetzen. Die Ortsgruppe der „Fridays for Future“-Bewegung kündigte für den 5. Juli die nächste Demonstration in der Innenstadt an. „Weil die Politik noch keinen nennenswerten Willen zeigt, etwas zu ändern“, sagte Felix Klostermann (15). Deswegen solle es auch darüber hinaus Proteste geben. „Wir Schüler müssen die Regierung wachrütteln“, sagte Maya Kuse (18).

In den vergangenen Monaten hatten Xantener Schüler schon dreimal für eine andere Klimapolitik protestiert. Die ersten beiden Demonstrationen waren noch klein gewesen. Beim dritten Mal dagegen zogen mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler durch die Innenstadt. In der Zwischenzeit hatte sich in Xanten eine Ortsgruppe der „Fridays for Future“-Bewegung gegründet und für die Proteste an den Schulen geworben. In der Ortsgruppe engagieren sich etwa 15 Schüler von der Gesamtschule und dem Gymnasium, wie Kuse und Klostermann erklärten.

Die Vertreter der „Fridays For Future“-Bewegung fordern mehr Klimaschutz und argumentieren, dass die heutigen Jugendlichen die Leidtragenden eines Klimawandels sein würden. „Es geht um unsere Zukunft“, sagte Kuse. Ihre Forderungen richten sie aber nicht nur an die Bundes- und Landesregierung, sondern auch an die Politik vor Ort. Die Stadt Xanten könne sich ebenfalls stärker für den Klimaschutz einsetzen, sagte Klostermann. Zum Beispiel könne die Kommune mehr Flächen für Windkraftanlagen ausweisen. Der 15-Jährige engagiert sich auch politisch und ist Gründungsmitglied der Partei Sozial-Konservative Umweltpartei (SKU). Im Gespräch mit unserer Redaktion reagierten Kuse und Klostermann auch auf die Kritik an den Schülerprotesten. Ein Vorwurf lautet, dass die Jugendlichen für ihre Proteste die Schule schwänzten. „Wenn wir nachmittags demonstrieren, schert sich niemand darum“, sagte Kuse. Arbeitnehmer gingen auch während der Arbeitszeit auf die Straße, wenn sie mehr Gehalt forderten, weil sie dann mehr Aufmerksamkeit bekämen, ergänzte Klostermann. „Was würde passieren, wenn Lokführer nachts auf die Straße gingen, wäre es dann noch ein Streik?“

Außerdem unterstellen Kritiker den Schülern, dass sie zwar eine andere Klimapolitik fordern, aber sich mit dem Auto zur Schule bringen ließen. Kuse und Klostermann widersprachen. „Wir fahren mit dem Fahrrad, bei Wind und Wetter“, sagte Klostermann. Es gehe aber auch nicht darum, von heute auf morgen seinen Lebensstil komplett umzukrempeln, erklärte Kuse. „Man muss nicht auf alles verzichten.“ Es helfe schon, wenn nicht für jede Fahrt das Auto genommen oder in den Gemüseabteilungen der Supermärkte auf Plastiktüten verzichtet werde. „Wenn jeder darauf achtet, etwas klimafreundlicher zu leben, ist das ein großer Schritt.“