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Fresko in Dombauhütte: Was Jugendliche aus Xanten von Europa erwarten

Kooperation von Stiftsgymnasium und Dombauhütte : Was Xantens Jugendliche von Europa erwarten

Schülerinnen und Schüler haben mit der Xantener Dombauhütte ein großes Fresko geschaffen. Es besteht aus 16 Bildern, die sich mit Europa auseinandersetzen. Deutlich wird, welche Hoffnungen die jungen Menschen in eine Zusammenarbeit der Länder setzen.

Als Kathrin über Europa nachdachte und darüber, wofür es stehen sollte, dachte sie an Solidarität. Aber wie lässt sich dieses Wort in einem Bild darstellen? Die 14-jährige Schülerin entschied sich für einen Menschen, der einen anderen festhält, damit dieser nicht herunterfällt. Beide Figuren stehen auf einem Baum, und Kathrin malte sie in den Nationalfarben Deutschlands und Griechenlands. Weil ein Land, dem es besser geht, einem anderen Land helfen solle, wenn es diesem nicht so gut gehe, erklärte Kathrin.

Ihr Werk ist eines von 16 Fresken, die von Schülerinnen und Schülern des Xantener Stiftsgymnasiums in Kooperation mit der Dombauhütte geschaffen wurden. Die Jugendlichen haben daran in ihrer Projektwoche gearbeitet. Das ist zwar schon fast zwei Jahre her. Aber wegen der Corona-Krise ergab sich vorher keine Möglichkeit, die Fresken aufzuhängen. Dafür wurden alle 16 Werke zusammengesetzt. So haben sie die Form eines gotischen Kirchenfensters. Es hängt nun an der Außenwand des Kreuzgangs, im Innenhof der Dombauhütte.

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Das Thema für die Fresken haben die Schülerinnen und Schüler selbst gewählt, wie Dombauhüttenleiter Johannes Schubert erklärte. Die Jugendlichen haben Europa und die Europäische Union (EU) im Unterricht behandelt und sich kritisch damit auseinandergesetzt. Deutlich wird, dass die jungen Menschen Hoffnungen und Erwartungen mit Europa und der EU verbinden.

So hat Nele (14) ein Schwein in einem Käfig gemalt. Es seht für die Massentierhaltung, die kein rein europäisches Problem sei, aber auch – und Europa müsse etwas tun, damit die Tiere besser behandelt würden, sagte die Schülerin. Dagegen wählte Melissa ein Thermometer – als Symbol für den Klimawandel. Die Länder müssten zusammenarbeiten, denn nur gemeinsam könnten Lösungen für die Krise und ihre Folgen gefunden werden, sagte sie.

Bei der Anfertigung der Fresken half ihnen die Steinmetzin Sandra Engelhardt-Kielmann von der Dombauhütte. Am Gymnasium wurden die Jugendlichen von Lehrerin Alice Berking betreut. Die Zusammenarbeitet habe ihnen „einen riesigen Spaß“ gemacht, berichtete Engelhardt-Kielmann. Sie erklärte den Schülerinnen und Schülern die Technik der Freskomalerei, die schon in der Antike angewandt wurde. Dabei werden Mineralfaben auf frischen Putz aufgetragen. Dadurch sollen die Wandmalereien auch draußen, trotz Wind und Wetter, lang erhalten bleiben.

Solche Projekte seien unheimlich wichtig für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler, zumal sie dadurch auch einmal heraus aus der Schule kämen, sagte Corinna Dickmann, Leiterin des Stiftsgymnasiums. Dass ihre Werke jetzt als großes Wandbild aufgehängt wurden, sei eine „Belohnung für die Arbeit“. Aber solche Projekte seien nur durch die Unterstützung durch Partner möglich. Der Lions Club Xanten und der Verein der Freunde und Förderer des Städtischen Stiftsgymnasiums halfen, damit das Material für die Fresken und der Rahmen gekauft werden konnte.

(wer)