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Xanten: Flüchtlinge entdecken ihre neue Heimat vom Schiff aus

Xanten : Flüchtlinge entdecken ihre neue Heimat vom Schiff aus

Etwa 60 Gäste schipperten gestern mit der "Seestern" über die Nord- und Südsee. Besonders die Kinder hatten Spaß.

Die "Seestern" hat im Hafen Xanten noch nicht ganz angelegt, da herrscht am Steg schon dichtes Gedränge. Zahlreiche Kinder warten ungeduldig darauf, endlich an Bord zu dürfen, die Eltern haben so ihre Mühe, etwas Ordnung ins Chaos zu bringen.

Etwas abseits beobachtet Ursula Schülke vom Arbeitskreis Asyl das Treiben und versucht, mit Hilfe einer Liste den Überblick über diejenigen zu behalten, die sich zur Rundfahrt über die Xantener Nord- und Südsee angemeldet hatten. Denn gemeinsam mit dem VdK Xanten hatte Schülke die Schiffsfahrt organisiert, um Geflüchteten und ihren Familien die neue Heimat einmal aus einer anderen Perspektive näher zu bringen. "Wir hatten weit über 100 Anmeldungen, mussten daher leider auch wieder einigen absagen", berichtet Schülke, nachdem auch der letzte Teilnehmer an Bord gekommen ist. "Aber erstens passen hier ja gar nicht so viele aufs Schiff, und andererseits wollen wir ja auch das gegenseitige Kennenlernen und den Austausch mit Deutschen fördern. Da hätte es nichts gebracht, wenn hier nur Flüchtlinge an Bord gewesen wären."

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Die aber haben sichtlich Spaß an der rund zweistündigen Tour, besonders die Kinder sind kaum zu bändigen. Bereits nach fünf Minuten gibt Kapitän Nikolai Nachtigall sein Ruder erstmals aus der Hand, lässt für ein paar Meter die Flüchtlingskinder steuern. Mit einem breiten Grinsen und großen Augen lenkte lenken sie das Schiff durch die Südsee und nehmen Kurs auf die Wardter Förde.

Derweil versucht Nachtigall, im ganzen Gewusel den Überblick zu behalten und gleichzeitig seine Durchsagen abzusetzen - die von einem Dolmetscher direkt ins Arabische und Kurdische übersetzt werden, um auch den ausländischen Gästen die wichtigsten Informationen zur Nord- und Südsee verständlich mitteilen zu können.

Doch auch die Gespräche untereinander kommen nicht zu kurz. An vielen der Tische sind die Geflüchteten mit den deutschen Teilnehmern ins Gespräch gekommen. "Ich finde das toll, dass so etwas für uns angeboten wird. Als wir davon hörten, haben wir uns direkt bemüht, einen Platz zu bekommen", sagt eine kurdische Teilnehmerin.

Im Hafen Vynen folgt dann die erste Pause. Und wieder ist das Gedränge am Bootsteg riesig.

(p-m)