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Ferienzirkus Jonny Cassely an der Xantener Südsee ist gestartet

Ferien-Zirkus in Xanten : Magische Momente trotz Corona

Xantens Ferien-Zirkus wurde wegen der großen Nachfrage um eine Woche verlängert. Für den Abschluss-Workshop sind noch rund 40 Plätze frei. Kinder haben trotz der Corona-Auflagen Spaß. Die Hoffnung auf die Gala am Ende lebt.

Um 9.30 Uhr ist es noch still im Rund des großen Zirkuszeltes. Langsam trudeln die ersten kleinen Artisten ein, und gehen zu ihren Plätze auf der Tribüne, die Jonny Casselly junior, seine Frau Jessica, Tochter Katy sowie die weiteren Mitglieder des Teams ihnen bereits am Montag in Gruppen zu je maximal neun Kindern zugewiesen haben. Hier halten sich die Nachwuchsartisten auch während der Pausen auf. Nur zum Mittagessen geht es – ebenfalls gruppenweise – an die dafür bereitgestellten Tische. Corona verlangt Disziplin.

Bereits seit einigen Jahren findet der Mitmach-Zirkus während der Sommerferien statt. Doch aufgrund der Corona-Pandemie ist diesmal alles etwas anders. Die Kinder und auch die Erwachsenen tragen Mund- und Nasenmaske. Die Kinder nur, wenn sie sich im Zelt bewegen, die Erwachsenen während des gesamten Tages. Auch auf Abstand zwischen den einzelnen Gruppen wird geachtet. Die Einhaltung der vom Land vorgeschriebenen Regeln werden vom Ordnungsamt der Stadt streng überwacht. Ein gravierender Verstoß könnte das Aus bedeuten.

„Wir machen den Zirkus in diesem Jahr mit gemischten Gefühlen“, sagt Jonny Casselly: „Die Auflagen stimmen uns schon ein wenig traurig.“ Allerdings sei er natürlich froh darüber, dass es nach der langen Zwangspause wieder losgehen kann. Stattfinden darf das Projekt, weil es nicht ausschließlich der Unterhaltung dient, sondern auch darüber hinaus pädagogisch wertvoll ist. Besonders traurig ist Casselly darüber, dass die Gala der Gruppen ohne Publikum stattfinden muss.

Leonie (9) und Inga (10) freuen sich auf ihre abenteuerlichen Auftritte am Vertikalseil. Foto: Randofl Vastmans

„Wir versuchen noch, beim Kreis Wesel eine Genehmigung zu erhalten, dass eventuell unter Nachweis eines besonderen Sicherheitskonzeptes doch noch was geht“, sagt er mit einem leichten Anflug verhaltener Hoffnung. „Wenn nicht, werden die Galas zumindest professionell gefilmt, so dass Eltern und Verwandte die artistischen Leistungen der Kinder zu Hause bewundern können.“

Für die Kinder freilich steht der Spaß im Vordergrund. Den haben sie trotz Corona und den damit verbundenen Auflagen. Inga (10 Jahre) ist bereits zum dritten Mal dabei. Bisher hat sie ihre artistischen Talente bei der Bodenakrobatik und am Trapez unter Beweis gestellt. Diesmal wird es das vertikale Seidentuch sein, an dem sie sich ausprobiert. Dies gilt auch für die neunjährige Leonie, die zum ersten Mal dabei ist. Beiden sieht man die Vorfreude aber auch die Aufregung vor dem ersten Training an.

Samuel lässt sich von Giovanni zeigen, was ein Feuerspucker beachten muss. Foto: Randofl Vastmans

Katy trainiert die „Alten Artisten“, die später in der Manege, gewürzt mit einer gehörigen Prise Humor, ihre Muskeln spielen lassen werden. Andere Gruppen werden ihre Künste als Fakire, Feuerschlucker, Trapezkünstler, Bodenartisten oder Clowns zeigen.

Kurz nach zehn Uhr kommt Unruhe auf. Die Kinder werden von den jeweiligen Betreuern zu ihren Trainingsplätzen geführt – selbstverständlich mit Masken, die sie dann beim Training abnehmen dürfen. Bis 16 Uhr wird das Zirkuszelt an der Südsee nun an fünf Tagen dieser Woche ihr zweites Zuhause sein. Mit jeder Wiederholung der Übung unter den strengen aber geduldigen Augen des Zirkusteams schwindet die Nervosität ein Stückchen mehr. Am Freitag werden sich die Nachwuchsartisten kaum noch von den Profis unterscheiden.

Wer übrigens seinen Sprösslingen etwas Gutes als Ersatz für eventuell entgangene Urlaubsfreuden tun will, der kann sie noch für die letzte Ferienwoche vom 3. bis zum 7. August anmelden. Für den Abschluss-Workshop gibt es noch etwa 40 freie Plätze.