Fahrradboxen am Bahnhof Xanten erhalten Zaun

Nach anhaltendem Vandalismus : Radboxen am Bahnhof werden eingezäunt

Noch immer werden Boxen zerstört, bereits aufgebrochene sind noch nicht repariert worden. Eine ehemalige Mieterin, die ihr Räder nun ungeschützt parken muss, beklagt ebenfalls Vandalismus. In wenigen Wochen soll damit Schluss sein.

Bereits im August war der Ärger groß: In einer Nacht wurden 15 Radboxen aufgebrochen, die Schlösser zerstört. Purer Vandalismus, denn die in den Boxen aufbewahrten Fahrräder blieben jeweils verschont. Die damals noch für die Boxen zuständige TIX reagierte und kündigte allen Mietern fristlos – man könne das Angebot nicht mehr aufrecht erhalten, da die ständige Reparatur zu teuer sei.

Kurz darauf revidierte Bürgermeister Thomas Görtz diese Entscheidung und übertrug dem DBX die Verwaltung der Boxen. Repariert wurden die zerstörten Einheiten seit August allerdings noch nicht. Das beklagt auch Elisabeth Wagner, deren Box im Sommer ebenfalls aufgebrochen wurde. „Ich muss mein Rad seitdem normal im Fahrradständer abstellen“, berichtet Wagner, die wöchentlich aus dem Emsland nach Xanten pendelt und auf hier auf ihr Fahrrad angewiesen ist.

Doch die bislang nicht reparierte Parkmöglichkeit stellt sie seitdem vor Probleme: „Nur eine Woche, nachdem meine Box zerstört wurde, war an meinem Rad der Ständer abgebrochen und die Luftpumpe gestohlen. Wenige Tage später waren die Ventile herausgeschraubt, die Klingel gestohlen und die Katzenaugen zerbrochen.“ Von Woche zu Woche sei an ihrem Rad immer mehr zerstört worden. Dabei sei ihr in einem Schreiben Anfang September angekündigt worden, dass sich die Situation am Bahnhof schnell wieder bessern sollte. Sie zitiert: „Der DBX wird wird sich bemühen, die defekten Boxen zu schnell wie möglich wieder instand zu setzen und weitere Maßnahmen zur Erhöhung des Einbruchschutzes werden kurzfristig veranlasst.“

Elisabeth Wagner beklagte bereits im August, dass ihre Radbox am Bahnhof aufgebrochen wurde. Foto: Markus Plüm

Geschehen ist seitdem allerdings nichts. Und das macht Wagner wütend: „Wochen sind ins Land gezogen und es ist nichts passiert. Im Gegenteil. Wenn man sich an den Fahrradständern umsieht, erkennt man, dass die Räder weiterhin dem Vandalismus zum Opfer fallen.“ Sie habe sich vor zwei Jahren extra eine der Boxen gemietet, da sie ahnte, was mit ihrem Rad passiert, wenn sie es „normal“ im Ständer parkt.

Bürgermeister Thomas Görtz weiß um die Situation am Bahnhof, gibt aber auch zu: „Das ist ein Phänomen, dem wir relativ macht- und ratlos gegenüber stehen. Erst vor kurzem hat es wieder eine Serie von Aufbrüchen gegeben, teilweise am hellichten Tag.“ Er verstehe die große Verärgerung jener, deren Räder immer wieder zerstört werden und die es leid sind, ihre Gefährte aufs Neue reparieren zu müssen.

Daher wurde bereits vor einigen Wochen der Auftrag erteilt, die Radboxen einzuzäunen. Allerdings habe die derzeit gute Auftragslage im Handwerk die Umsetzung verzögert. „Es gibt derzeit unheimliche Wartezeiten, wenn man Bauaufträge vergibt. Allerdings soll der Zaunkäfig in spätestens drei bis vier Wochen dann stehen“, verrät Görtz. Dieser wird mit einem elektronischen Zugang gesichert, die Mieter der Radboxen erhalten einen Chip. Zudem werden alle Boxen neue Türen und Schlösser erhalten. „Nur so bekommen wir die Probleme in den Griff. Ich hoffe, dass sich dadurch eine Besserung einstellt.“ Das hofft auch Elisabeth Wagner.