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Xanten: Evangelisches Altenzentrum wächst Schritt für Schritt

Xanten : Evangelisches Altenzentrum wächst Schritt für Schritt

Der Neubau ist fertig. Es folgt der Umzug der Bewohner. Danach wird das Appartementhaus saniert. Insgesamt werden zwischen Poststraße und Stadtpark neun Millionen Euro investiert.

Im Evangelischen Altenzentrum zwischen Poststraße und Stadtpark dreht sich gerade das Umzugskarussell. Bauphase eins hatte im Oktober 2015 begonnen: ein Neubau von zwölf Wohnungen mit betreutem Wohnen auf jeweils 43 Quadratmetern und zusätzlich 16 Plätze in der Tagespflege. Im zweiten Schritt werden nun für etwa ein Jahr die Bewohner aus dem backsteinfarbenen Appartementbau in den gerade fertig gestellten sanierten Wohnbereich mit Anbauten an beiden Seiten umsiedeln. So können ihre eigenen Räume modernisiert werden, ehe sie im Mai 2019 zurückkehren. Am Ende wird nach der letzten Bauphase ein saniertes Gebäude mit 80 Pflegeplätzen und mit weiteren 26 Plätzen zur Betreuung von dementiell erkrankten Menschen entstanden sein. Insgesamt investiert die Rheinische Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH rund neun Millionen Euro in die Häuser.

Foto: Armin Fischer

Das Appartmenthaus am Park strahlt noch die Atmosphäre der 70er Jahre aus. Grüner Teppich im Gang, Holzdecke, kleine Badezimmer mit hoher Duschtasse und dem damals üblichen Vorhang, an den Wänden Fliesen in Hellblau und Rosa. Zeitgemäß ist das nicht mehr. "Bäder und Leitungen sind unsere Hauptprobleme", erläutert Einrichtungsleiterin Susanne Reitze-Jehle.

Der Neubau nebenan ist das genaue Gegenteil, vorerst ein Auffangort für all jene, die nach und nach von einem Umzug betroffen sind, ehe dann dort nach Abschluss der Gesamtmaßnahme Bewohner auf Dauer einziehen. Pflegeleichte Oberböden, das Bad fast doppelt so groß und ohne Stolperbarriere, moderne Möbel. Nur die Wände sind noch im Klinikweiß gestrichen. Aber, sagt die Einrichtungsleiterin, das wird sich mit der Zeit ändern. Dann kommt Farbe ins Spiel, denn sie beeinflusst die menschliche Psyche. "Die Übergangszeit nehmen wir uns, um genau zu überlegen, wie wir die Wände gestalten wollen."

Um Leerstände bei den Zimmern und Kleinwohnungen muss sich Susanne Reitze-Jehle nicht sorgen. "Der Bedarf an Altenpflegeplätzen ist sehr groß", weiß sie aus Erfahrung. "Wir merken seit Jahren die demografische Entwicklung und haben viele Nachfragen." Die meisten Menschen wollen aber erst einmal so lange wie irgend möglich daheim wohnen bleiben, bis es irgendwann akut werden kann. Dann ist oftmals Eile geboten. Die eigenen Möbel mitzubringen, ist grundsätzlich kein Problem. Da man sich zumeist etwas kleiner setzt, muss man sich von einigen Teilen trennen. Auch Haustiere sind erlaubt. Allerdings muss man in der Lage sein, sie selbst zu versorgen. Bei Abwesenheit muss ein Familienmitglied diese Aufgabe übernehmen können.

"Ab 2019 können wir erste zusätzliche Plätze anbieten, ab 2020, nach Ende der letzten Bauphase, sogar in größerem Umfang", schaut die Einrichtungsleiterin nach vorn. Für sie bedeutet dies zugleich, rechtzeitig weitere Pflegekräfte für alle Bereiche zu suchen. Derzeit arbeiten 80 Männer und Frauen im Altenzentrum. Wenn das letzte Zimmer endlich saniert ist, müssen etwa 30 bis 40 zusätzliche Kräfte eingestellt sein, in Teil- und Vollzeit. Doch der Arbeitsmarkt ist bei Pflegeberufen leer gefegt. "Wir bilden auch selbst aus. Für diesen Oktober zum Start ins neue Ausbildungsjahr können wir noch Plätze vergeben", wirbt Susanne Reitze-Jehle.

(pek)