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Xanten: Erinnerungen an Priester Karl Leisner

Xanten : Erinnerungen an Priester Karl Leisner

Im Dom haben sich Gläubige an das Wirken des im KZ Dachau inhaftierten Karl Leisner erinnert. Seine Weihe zum Priester sei "lichtvoller Augenblick an einem Ort der Dunkelheit gewesen", so Probst Johannes Mecking.

"Den Armen wird das Evangelium verkündet: Freut euch, die ihr nichts habt, die ihr leer geworden seid, weil ihr durch eure Armut wieder Mensch sein könnt, ohne Angst um euer Dasein", sagte der Präsident des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK), Propst Johannes Mecking aus Kleve, beim Gedenkgottesdienst anlässlich der Priesterweihe des Seligen Karl Leisner vor 72 Jahren. Der in Rees geborene Karl Leisner, dessen Grab sich in der Krypta des Xantener Doms befindet, wurde in der NS-Zeit wegen seiner Kritik an den Nationalsozialisten ins KZ Dachau gebracht. Dort wurde er zum Priester geweiht.

Propst Mecking nannte die Priesterweihe Karl Leisners im KZ Dachau "einen lichtvollen Augenblick an einem Ort der Dunkelheit." In seiner Predigt sagte er: "In der Hölle des KZ, wo der Mensch nichts mehr gilt, wo er nichts mehr hat, da wird die Sorge Gottes spürbar, dass das Wunder der Priesterweihe wirklich wird." Mit der Sorge um den Menschen und einer bedingungslosen Einladung beginne das Handeln Gottes. Probst Mecking formulierte auch den Wunsch, "dass wir uns betend und mit Bildern und Liedern mit aller Leidenschaft hineingeben in das große Geheimnis, das an Weihnachten aufleuchtet." Mit dem Kreisdechanten standen Propst Klaus Wittke von der Propsteigemeinde St. Viktor Xanten, Pater Ägidius OCist aus Österreich und Diakon Stephan Rintelen am Altar des Xantener Domes. Auch die Schützen vom Niederrhein mit ihrer Standarte und den Fahnen waren gekommen. Die Freude des 3. Advents brachten Matthias Zangerle (Orgel) und Flavius Petrescu (Trompete) musikalisch zum Ausdruck.

Zum Abschluss des Gottesdienstes in St. Viktor begaben sich die Geistlichen, Ministranten und Gläubigen in die Krypta des Domes zum Grab des Seligen Märtyrers vom Niederrhein. Dort wurde der Glaubenszeuge mit einem Gebet und Liedern geehrt. Bei der Jahreshauptversammlung des IKLK im Michaelsheim begrüßte Propst Mecking in dieser Eigenschaft als neuer Präsident erstmals Mitglieder und Gäste.

Sowohl der Sekretär, Diakon Stephan Rintelen, als auch Vizepräsidentin Monika Kaiser-Haas konnten auf zahlreiche Aktivitäten des Kreises in der Vergangenheit zurückblicken, aber auch auf kommende Ereignisse hinweisen. So ist beispielsweise der IKLK in die Vorbereitung zum Katholikentag 2018 in Münster einbezogen.

Eingeladen wurde zu geistlichen Tagen vom 15. bis 19. Mai im Stift Heiligenkreuz in Österreich. Pater Ägidius OCist stellte die enge Beziehung des Klosters und seiner Mönche zu Karl-Leisner und dem Karl-Leisner-Kreis heraus. Der IKLK hat aktuell 343 Mitglieder. Das Sekretariat erreichen viele Anfragen nach Reliquien des Seligen, vor allem aus Südamerika. Auch eine große Benediktinerabtei aus Nordamerika habe diesen Wunsch geäußert. Man kann diesen Wünschen nicht nachkommen, da es keine Reliquien gibt.

Die Stiftung des IKLK beläuft sich aktuell auf 62.040 Euro.

(RP)