Enni Night of the Bands 2019 in Xanten: So war die 10. Ausgabe

Enni Night of the Bands in Xanten : „Ihr seid der Wahnsinn“

Hunderte Menschen feierten bei der zehnten Enni Night of the Bands in Xantener Lokalen. Manche Konzertbesucher mussten draußen bleiben, weil innen kein Platz mehr war. 2020 sollen wieder mehr Gastronomen mitmachen.

Es ist kurz nach 18 Uhr. Viele Menschen kehren vom Wocheneinkauf heim oder essen zu Abend. Die Akustik Helden aus Osnabrück dagegen eröffnen gerade im BB’s Rhein Street Food die zehnte Enni Night of the Bands in Xanten, zusammen mit Rumbambé im La Viva y Sol. So früh seien sie auch noch nicht aufgetreten, sagt Sänger Thomas Meyer. „Wir hätten nicht gedacht, dass überhaupt zehn Leute um diese Uhrzeit kommen.“

Für die Akustik Helden spielt die Uhrzeit aber keine Rolle, sie sind schon im Party-Modus. „Wir wollen mit Euch ein Experiment machen“, ruft Meyer und will mit dem Publikum „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller singen. Dafür sollen sich alle vorstellen, dass es schon 23 Uhr ist und sie bereits etwas getrunken haben. Es funktioniert: „... dass Du das Größte für mich bist“, singt ein gutes Dutzend Menschen. „Mega!“, jubelt Meyer.

Insgesamt treten an diesem Samstagabend zwölf Bands in acht verschiedenen Lokalen auf. Die Konzerte beginnen zeitversetzt, die letzten starten nach 22 Uhr, in manchen Gaststätten spielen mehrere Gruppen hintereinander. Zum Beispiel im Oldschool. „Wir haben gehört, dass Xanten sehr gut singen kann, das probieren wir jetzt aus“, sagt Krysmah-Sänger Detlef Kornath und spielt mit Bandpartner Frank Nerger „Rockin‘ All over the World“ von Status Quo. Den Refrain übernehmen die Gäste.

Oldschool-Chefin Ute Keil steht am Eingang, immer mehr Menschen drängen in die Kneipe, viele haben sich im Vorverkauf eine Karte für 13 Euro geholt, manche kaufen das Ticket an der Abendkasse, dort kostet es allerdings 16 Euro – es gilt für alle teilnehmenden Lokale. Das Oldschool habe seine Stammgäste, aber an einem Abend wie heute kämen auch andere Menschen ins Lokal und lernten es kennen, sagt Keil. Im vergangenen Jahr hätten sie zwischendurch niemanden mehr hineinlassen können, weil es so voll gewesen sei. Jetzt, gegen viertel nach sieben, ist es auch schon gemütlich eng in der Kneipe. Bianca aus Wuppertal und Ulrich aus Xanten wollen gerade hineingehen, sie sind zu Fuß vom BB’s Rhein Street Food herübergekommen. Während die Akustik Helden 20 Minuten Pause machen, will das Paar hören, wie anderswo die Musik ist.

Die meisten teilnehmenden Lokale liegen in der Innenstadt und sind zu Fuß zu erreichen. So auch das Stadtcafé. Es macht zum ersten Mal bei der Enni Night mit. In der ersten Etage serviert die Band Plug and Play deutsche und englischsprachige Titel wie „Free Fallin“ von Tom Petty und „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. Es herrscht gemütliche Kaffeehausatmosphäre. „Wenn man als Gruppe unterwegs ist, haben nicht alle denselben Musikgeschmack, heute Abend wechselt man dann einfach das Lokal, weil für jeden etwas dabei ist“, sagt Willi, der mit seiner Frau und Freunden unterwegs ist. „Xanten ist heute Abend auf den Beinen, man trifft viele Bekannte“, sagt Maria.

Zwei Lokale liegen etwas abseits der Innenstadt, das Plaza del Mar und die Jugendkulturwerkstatt (Jukuwe) Exit. Aber es gibt einen Shuttle-Dienst: den Nibelungen-Express. Zwischen 19.30 Uhr und 1.25 Uhr fährt er sieben Haltestationen jede Stunde einmal an. Die Konzertbesucher können kostenlos einsteigen und sich zum nächsten Lokal bringen lassen, zum Beispiel zum Karthaus X². Dort stehen Sille und Christian draußen vor einem geöffneten Fenster und genießen die Musik von Opa kommt! – im Saal ist kein Platz mehr. Auch im BB’s Rhein Street Food ist es voll geworden. Akustik-Helden-Sänger Meyer steigt auf einen Tisch, stimmt „Major Tom“ von Peter Schilling an und hält das Mikrofon zum Publikum: „... völlig losgelöst von der Erde ...“, singen die Konzertbesucher. Langsam geht es auf 22 Uhr zu. „Ich bin bestens zufrieden“, sagt Stadtcafé-Betreiber Zarko Simic über die Premiere der Enni Night in seinem Lokal. „Genauso habe ich es mir vorgestellt.“

Dort und in anderen Gaststätten gehen die Konzerte langsam zu Ende. Im Keller vom Hotel Neumaier fängt die Band Granufunk dagegen erst an. „Liebes Xanten, habt Ihr Bock auf tanzen?“, fragt Sänger Mr. Granufunk – die Antwort ist eindeutig: Immer mehr Menschen kommen in den Keller. Im Oldschool wird auch noch lange gespielt, genauso wie in der Jukuwe: Dort treten die Gewinner des Wettbewerbs „Deine Bühne“ auf: zuerst Electrio, dann Higgins Dirty Work, schließlich Moonroxx. Im Laufe des Abends füllt sich das Exit immer mehr. Jüngere und ältere Menschen feiern bis tief in die Nacht. „Ihr seid der Wahnsinn, wir kommen gern wieder nach Xanten“, ruft Moonroxx, als sich die Band nach drei Zugaben schließlich vom Publikum verabschiedet.

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