Xanten: Enni investiert Millionen in die Zukunft

Xanten: Enni investiert Millionen in die Zukunft

Mit knapp 195 Millionen plant das Unternehmen einen Umsatzrekord und will rund 18 Millionen Euro in die Netze der Region investieren.

Bezahlbar, sicher und umweltfreundlich - so soll Energieversorgung von morgen sein. Die Zukunft der Energie- und Klimapolitik bleibt neben der Digitalisierung eines der großen Themen in den Führungsetagen bundesdeutscher Stadtwerke. Die Unternehmen stecken im Zeitalter der Energiewende im Umbruch. Viele Stromanbieter, vor allem die mit fossilem Kraftwerkspark, stehen unter enormem Kostendruck. Auch die Enni Energie & Umwelt Niederrhein (Enni) spürt das raue Klima, in einem unsicheren, wettbewerbsintensiven Markt. Eber es gibt Lichtblicke.

Die erfolgreichen Themen der letzten Jahre geben dem Unternehmen Spielraum. Aufsichtsrat und Gesellschafter stehen voll hinter der Strategie des Unternehmens, die ihnen in den kommenden fünf Jahren rund 120 Millionen Euro in die Kassen spülen soll. Geschäftsführer Stefan Krämer soll Enni am Niederrhein weiter als einen der Treiber der Energiewende platzieren und dabei Kunden unterdurchschnittliche Preise und eine sichere Versorgung garantieren. So erhielt Krämer jetzt erneut grünes Licht für Millioneninvestitionen: "Die werden wir vor allem in unsere Netze stecken", denkt Krämer dabei auch an den weiteren Ausbau von Telekommunikationsangeboten.

Der Blick der Enni geht nach den letzten Erfolgsjahren weiter nach vorne. Mit knapp 195 Millionen Euro plant das Unternehmen erneut einen Umsatzrekord und in den meisten Sparten Absatzrekorde. Dabei will Enni rund 18 Millionen in die Region investieren. Und so auch die heimische Wirtschaft stärken. Bis 2022 sollen dies gar rund 90 Millionen Euro sein.

Fest steht: Das Unternehmen will mit neuen Projekten in der Energiewende am Niederrhein führend bleiben. Der geplante Solarpark in Moers-Vinn ist dabei am weitesten gediehen. Hier will Enni schon 2018 mit dem ersten Bauabschnitt ein neues regeneratives Leuchtturmprojekt in Stadtnähe platzieren. Den Löwenanteil wird Enni 2018 aber in die sichere Netzinfrastruktur investieren.

Hier wird das Unternehmen 2018 rund 14 Millionen Euro in die Hand nehmen. Fest geplant: "Wir erneuern in Moers und Neukirchen-Vluyn rund 22 Kilometer des Stromnetzes, bei rund zehn davon tauschen wir störanfällige Freileitungen gegen Erdkabel aus. Damit wollen wir die Versorgungssicherheit ebenso stärken, wie durch rund drei Kilometer neue Gasleitungen und mehr als vier Kilometer neues Wassernetz."

Auch in der Wärmeversorgung wird das Unternehmen investieren. "In Neukirchen-Vluyn arbeiten wir daran, das 2014 übernommene Wärmenetz auf dauerhaft zukunftsfähige Beinen zu stellen. Hier haben wir mit der Inbetriebnahme der neuen Heizzentrale auf Niederberg einen wichtigen Eckpfeiler gesetzt."

Unverkennbar ist für Enni aber, dass sich die Veränderungen auch in der Energiebranche beschleunigen. "Die Energiewelt wird immer grüner, dezentraler und digitaler. Dafür wollen wir innovative Geschäftsmodelle entwickeln", denkt Krämer dabei vor allem an den Ausbau von Glasfasernetzen. Das ist mittlerweile über 70 Kilometer lang und soll in den nächsten fünf Jahren auf rund 300 Kilometer anwachsen. "Deswegen verlegen wir bei allen Tiefbaumaßnahmen zusätzlich Leerrohre."

Das Unternehmen sei 2017 für die ersten Kunden auch zum Anbieter von Telefonie und Internet geworden. In den vergangenen zehn Jahren hatte Enni lediglich Datenleitungen für große Kunden vermietet. Auch Kundenprozesse will Enni weiter digitalisieren, ohne dabei den persönlichen Kontakt zu den Bürgern im Kundenzentren vor Ort zu verlieren. So gibt es nun ein Kundenportal und eine App, die mittlerweile mehr als 7000 Niederrheiner täglich nutzen. Zudem wird Enni, wie es der Gesetzgeber vorschreibt, das Messstellenbetriebsgesetz umsetzen und dabei die ersten rund 6.500 Haushalte mit modernen, digitalen Zählern ausstatten.

(RP)